Möglicherweise neue Regeln für ETFs in den USA – Schritt in Richtung Bitcoin-ETF?

In den USA wurden seitens der Börsenaufsichtsbehörde SEC neue Regeln für ETFs vorgeschlagen. Diese stehen nun 60 Tage zur Debatte und könnten eine Lockerung der aktuellen Regeln zur Folge haben. Entscheidet sich die SEC für die Umsetzung der Vorschläge, könnte dies ein weiterer Schritt in Richtung Bitcoin-ETFs sein, die es einem weiteren Investorenkreis ermöglichen würden, in Bitcoins zu investieren. Auch auf den Bitcoin-Kurs könnten diese sich positiv auswirken.

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Viele Anleger noch immer vorsichtig

Noch immer zeigen sich viele institutionelle und private Anleger bei einer Investition in Kryptowährungen zurückhaltend und vorsichtig. Gründe hierfür sind unter anderem die hohe Volatilität von Kryptowährungen sowie die fehlende Regulierung. Ein Direktinvestment in Bitcoins ist für viele Anleger darüber hinaus wohl noch immer recht kompliziert. ETFs würden ihnen dagegen einen einfachen Einstieg in den Kryptohandel über ein etabliertes und sicheres Handelsinstrument ermöglichen.

Modernisierung der Regel für ETFs in den USA

Die US-Börsenaufsicht lehnte bisher alle eingereichten Anträge auf ein Bitcoin-ETF ab. Die geplanten Neuregelungen könnten hier jedoch zu einer anderen Ausgangslage führen. Zunächst wurde bei der SEC nur darüber abgestimmt, ob neue Regeln eingeführt werden könnten. Diese sollen den regulatorischen Rahmen modernisieren und ein klares und konsistentes Konzept zur Regulierung für existierende ETFs bilden.

Individuelle Ausnahmeregelungen könnten entfallen

Ein ETF kann nach den Vorschlägen der SEC direkt auf den Markt gebracht werden, wenn es bestimmte Kriterien erfülltund dem  Investment Company Act aus dem Jahr 1940 entspricht. Dies würde den Zulassungsprozess vereinfachen. Weitere individuelle Ausnahmeregelungen entfallenin diesem Fall. Das Ergebnis könnte mehr Wettbewerb und Spielraum für Innovationen sein. Investoren erhielten so Zugang zu einer breiteren Auswahl an ETFs. Der Punkt „individuelle Ausnahmeregelungen“ könnte in Bezug auf Bitcoin-ETFs wichtig werden. Auch die genannte breitere Auswahl für Investoren kann als Fingerzeig in Richtung Bitcoin-ETFs gewertet werden.

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ETFs vor allem für Privatanleger interessant

Jay Clayton, der Vorsitzende der SEC, äußerte sich ebenfalls zu den geplanten neuen Regelungen. Seiner Ansicht nach würden Main-Street-Investoren oft ETFs verwenden, um ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Main-Street-Investoren sind in Abgrenzung zu institutionellen Investoren an der Wall Street individuelle Investorenin den USA. Der Vorschlag der SEC würde aus Sicht von Clayton für einen sehr großen Teil des amerikanischen ETF-Marktes, in dem 3,4 Milliarden Dollar stecken, geltenund für diesen einen einheitlichen regulatorischen Rahmen bilden. Dieser würde Investoren Übersicht und Schutz geben. Die Einführung von ETFs führte dazu, dass Investoren ihre finanziellen Ziele effektiver erreichen. Aus diesem Grund will die US-Börsenaufsicht ETFs weiter unterstützen und den Schutz von Investoren sicherstellen.

Derviate auf an der Börse gehandelte Basiswerte

ETFs sind ebenso wie Indexfonds börsengehandelte Wertanlagen, die einen Basiswert, der an der Börse gehandelt wird, abbilden. Häufig dienen Indizes wie der DAX als Basiswert. Anleger haben so den Vorteil, dass sie gleich in ein ganzes Börsensegment investierenkönnen und nicht in jeden Aktie einzeln investieren müssen. Vor allem für Privatanleger bringt dies Vorteile mit sich. Darüber hinaus sind die Kosten für ETFs vergleichsweise gering. Diese Vorteile könnten Privatanleger auch bei Bitcoin-ETFs nutzen.

Anträge auf Bitcoin-ETFs bisher abgelehnt

Anfang des Jahres lagen bei der SEC einige Anträge zu Bitcoin-ETFs vor, die jedoch alle auf Bedenken der Bösenaufsicht stießen. Die Antragsteller zogen daher größtenteils ihre Anträge wieder zurück. Bitcoin-ETFs würden jedoch ein Investment in die Kryptowährung deutlich vereinfachen. Außerdem würde viel Kapital in den Markt fließen. Ein weiterer Effekt wäre, dass sich Bitcoin-ETFs auch auf die weitere Regulierung auswirken würden.

Positive Auswirkungen auf Bitcoin-Kurs

Die Einführung eines Bitcoin-ETFs könnte sehr positive Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs haben und letztendlich zu einer Trendwendeam Kryptomarkt führen. Einige Experten gehen davon aus, dass der Bitcoin-Kurs in diesem Fall bis Jahresende die 50.000-Dolla-Marke knacken könnte. Bisher ist jedoch unklar, ob die SEC Bitcoin-ETFs in ihre Vorschläge einbeziehen wird. In einer veröffentlichten Nachricht wurden diese nicht aufgeführt.

Kompliziertes Zulassungsverfahren der SEC

Anbieter von Investmentfonds in den USA beklagen sich bereits seit einiger Zeit, dass das Genehmigungsverfahren der SEC sehr umständlichund damit auch kostenintensiv ist. Eine Neuorganisation durch die SEC wäre daher durchaus ein Vorteil für sie. Besonders der Aspekt, dass spezielle Ausnahmeregelungen entfallen, würde es Anbietern erleichtern, ihre Produkte auf den Markt zu bringen.

Vorteile für Standard-ETFs

Die Neuregelungen der SEC würden sich vor allem auf ETFs, die als „plain vanilla“ bekannt sind, auswirken. Diese umfassen die meisten ETFs am US-Markt. Als „plain vanilla“ werden meist Standardversionen eines Handelsproduktesbezeichnet. Komplexere ETFs oder ETFs mit Hebelwirkung, die bei der SEC auch „exotische ETFs“ genannt werden, wären von den neuen Regeln ausgenommen. Die Börsenaufsicht würde diese auch in Zukunft genauer unter die Lupe nehmen. Exotische Finanzprodukte verfügen meist über zusätzliche, komplexere Komponenten und benötigen mehr Sicherheitsstandards.

Vorteile für Blockchain-ETFs möglich

Auch Blockchain-ETFs könnten von den neuen Regeln profitieren, auch wenn die SEC diese bislang ebenfalls nicht explizit genannt hat. Blockchain-ETFs investieren in Unternehmen, die sich mit der Blockchain beschäftigen. Diese ETFs könnten von der SEC bald als weniger risikoreich eingeordnet werden. Die SEC hat bisher alle Anträge zu Bitcoin-ETFs abgelehnt und die hohe Volatilität, die mangelnde Liquidität sowie die fehlende Regulierung als Gründe dafür genant. Zuletzt legte CBOE Global einen Antrag bei der SEC vor, der von VanEck und SolidX unterstützt wird.

SEC könnte eigene Regeln ändern

Zuletzt kam das Thema Bitcoin-ETF im April bei der SEC auf. Damals wurde bekannt, dass die Börsenaufsicht möglicherweise ihre eigenen Statuten ändern könnte, um Bitcoin-ETFs zu erlauben. Die Behörde kündigte diesbezüglich einen Analyse an, die insbesondere den Securities and Exchange Act aus dem Jahr 1934umfasst. Zudem soll untersucht werden, ob Änderungen an ETFs austeichen, um die Sicherheit der Anleger zu gewährleisten. Auch beispielsweise bei der Definintion von Wertpapieren bezieht sich die SEC bis heute auf sehr alte Gesetze. Am Securities and Exchange Act sind womöglich Änderungen notwendig. Allerdings muss die SEC prüfen, ob dies überhaupt möglich ist.

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Bitcoin-Futures genehmigt

Bitcoin-Futures bleiben damit vorerst die einzigen von den Behörden genehmigten Finanzprodukte auf Bitcoins in den USA. Die Nachfrage nach Bitcoin-ETFs scheint allerdings noch immer hoch zu sein. Noch immer arbeiten Anbieter an Konzepten für ETFs auf Bitcoins. Beispielsweise erhielten die Winklevoss-Zwillinge kürzlich Patente auf zwei Entwicklungen, die ebenfalls mit ETFs und Kryptowährungen in Verbindung stehen. Immer wieder melden sich auch Stimmen aus der Finanzwelt zu Wort, die sich für Bitcoin-ETFs aussprechen. Der Betreiber der CBOE hat sich hierzu sogar in einem Brief direkt an die SEC gewandt. Die Großbank JP Morgan riet Anfang 2018 ausdrücklich zur Einführung von Bitcoin-ETFs.

In Europa können Anleger bereits mit regulierten Kryptofonds handeln. In Liechtenstein wurde im April der erste Krypto-Fonds, der europäischen Vorgaben unterliegt, eingeführt. Ein schwedischer Emittent bietet seit einiger Zeit ETNs, also börsengehandelte Schuldverschreibungen, auf Bitcoinsan und hat damit eine Alternative zu ETFs gefunden. Bitcoin-Zertifikate sind ebenfalls an einigen Börsen handelbar.

Fazit: Regeländerung könnte Weg für Bitcoin-ETFs frei machen

Die amerikanische Börsenaufsicht diskutiert zurzeit über Änderungen bei ihren Regelungen für ETFs. Diese könnten eine Lockerung der bisherigen Vorgaben darstellen. Die Behörden nannte in ihrer Bekanntmachung zwar Bitcoin-ETFs nicht ausdrücklich, dennoch könnten mögliche Neuregelungen ein weiterer Schritt in Richtung Bitcoin-ETFs sein. Die Einführung eines Bitcoin-ETFs könne eine Trendwende für den gesamten Kryptomarkt bedeuten und vor allem den Bitcoin-Kurs ansteigen lassen.

Die neuen Regeln der SEC sollen den regulatorischen Rahmen für ETFs modernisierenund zugleich vereinfachen. In Zukunft könnte ein ETF dann ohne eine individuelle Ausnahmeregelung auf den Markt gebraucht werden, sobald bestimmte Vorgaben erfüllt sind. Derzeit ist das Genehmigungsverfahren der SEC sehr komplex. Dies könnte so vereinfacht werden und damit ein Vorteil für ETF-Anbieter darstellen.

Die neuen Regeln sollen für den Großteil der ETFs am amerikanischen Marktgelten. Dies sind in der Regel sogenannte „plain vanilla“-ETFs, also Standard-ETFs. Für exotische ETFs wird es wohl weiter gründliche Prüfungen geben. Auch für Blockchain-ETFs könnte sich ein Vorteil ergeben.

Falls in Zukunft auch Bitcoin-ETFs erlaubt würden, bekämen Investoren über ein etabliertes Finanzinstrument einen einfachen Zugang zum Kryptomarkt. Bereits im April hatte die SEC überlegt, ob sie möglicherweise ihre Statuten verändert, um Bitcoin-ETFs erlauben zu können.

 

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