Unternehmen sehen weiterhin Potential bei Bitcoins

In letzter Zeit machte die Digitalwährung Bitcoin mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Vor allem der Absturz der Währung von mehr als 1.100 US-Dollar auf derzeit ungefähr 245 US-Dollar, hat dem Image der Währung geschadet. Doch viele Unternehmen und Startups sehen weiterhin Potential in der noch jungen Kryptowährung.

Testsieger IQ Option überzeugt mit vielfältigem Krypto-Handelsangebot
  • 14 Kryptowährungen via CFD handelbar
  • Zeitlich unlimitiertes Demokonto
  • Mindesteinzahlung von 10 Euro/USD/GBP
Jetzt Krypto beim Testsieger IQ Option handeln!
Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Wie Heise Online berichtete, versammelten sich Ende April diesen Jahres viele Investoren, Startups, Unternehmer und Enthusiasten zu einer Fachkonferenz in New York.

Und trotz des immensem Kurseinbruchs und negativer Schlagzeilen, wie vor kurzem, als in Hongkong die Bitcoin-Börse MyCoin mit Kundengeldern verschwand, blicken die Teilnehmer optimistisch in Zukunft und glauben an das Potential als Zahlungsmittel der Zukunft. Interessant sind die Argumente der Fachleute. Vor allem Dienste und virtuelle Services, bei denen der Kunde wenig oder sogar gar nicht direkt mit Bitcoins in Berührung kommt, haben Potential.

Technologie steckt noch in den Kinderschuhen

Die schwindelerregenden Kursschwankungen in den vergangenen Monaten und Jahren, sowie Negativschlagzeilen, werden häufig mit dem Argument beantwortet, dass die Technologie hinter der Onlinewährung noch in den Kinderschuhen stecke. Das ist auch richtig. Denn erst 2009 kamen Bitcoins „auf den Markt“, gerade einmal 6 Jahre, eine wirklich kurze Zeitspanne für eine Währung, die Konkurrenz zu den etablierten Währungen wie Euro und US-Dollar machen will. Doch die Idee dahinter, eine Währung, die von keiner Regierung der Welt kontrolliert werden kann, weckt Begeisterung. Viele Startup-Unternehmen arbeiten mit Hochdruck an Apps, mit denen sie die weitere Verbreitung von Bitcoins anschieben wollen.
Barry Silbert, Gründer des Finanztechnologieunternehmens SecondMarket und Investor bei 48 verschiedenen Bitcoin-Startups, äußerte sich auf der Konferenz: „In den vergangenen 24 Monaten wurden in dieser Branche 1 Milliarde Dollar investiert … Und doch stehen wir gerade erst am Anfang.“.

Die Herausforderung besteht darin, dass Verbraucher Vertrauen zu einer Währung aufbauen müssen, die sie nicht anfassen, nicht sehen, ja vielleicht noch nicht einmal richtig verstehen können. Silbert glaubt fest daran, dass es Bitcoin-Unternehmen in Zukunft gelingen wird, Vertrauen zu schaffen, auch wenn es noch ein hartes Stück Arbeit sein wird.

Damit Nutzer Bitcoins ausgeben und einnehmen können, benötigen sie eine so genannte digitale Wallet, anders ausgedrückt: ein digitales Portemonnaie oder einen virtuellen Tresor. Um Geld aus dem „Portemonnaie“ oder dem „Tresor“ herauszuholen, benötigt man den „passenden Schlüssel“. Ohne den Schlüssel ist es nicht möglich, über das Geld, beziehungsweise die Bitcoins, zu verfügen. Leider kam es in der Vergangenheit häufig zu Diebstählen dieser digitalen Schlüssel und Betrugsversuchen. Das Thema Sicherheit ist und bleibt ein zentrales Thema.

Wallet-Dienste setzen immer mehr auf Sicherheit

Um das Vertrauen in Bitcoins zu gewinnen, wird immer mehr Wert auf Sicherheit gelegt. Coinbase oder Circle sind nur 2 Beispiele, bei denen das Thema Sicherheit der Kundeneinlagen wirklich groß geschrieben wird. Verbraucher sollten auch auf den Ruf und die Reputation des Unternehmens achten, da es leider auch hier, wie überall, schwarze Schafe gibt.
Ein Wallet-Anbieter, der wahrscheinlich die aufwendigsten Maßnahmen zur Sicherung von privaten Schlüsseln stellt, ist Xapo. Die privaten Schlüssel werden auf separaten Servern gespeichert, die niemals an das Internet angeschlossen werden und somit keine Angriffsfläche für Hacker bieten. Die Server sind weltweit in einem Netz aus unterirdischen Tresoren weggesperrt. Diese „Lagerstellen“ wiederum werden 24 Stunden und 7 Tage die Woche von bewaffnetem Sicherheitspersonal bewacht. Und um noch eins drauf zulegen, bietet Xapo seinen Kunden sogar eine Bitcoin-Einlagen Versicherung an.

Auch Barry Silbert investiert in das Unternehmen aus dem Silicon Valley. Xapo hat sich auf die Fahnen geschrieben, zur führenden „Bitcoin-Bank“ zu werden, auch wenn es technisch gesehen gar keine Bank ist.

Die meisten Kunden von Xapo sind institutionelle Kunden, das heißt Hedge-Fonds, sehr reiche Personen und andere große Unternehmen, die in die Bitcoin-Technologie investieren wollen. Aber auch Privatpersonen können Xapo-Kunden werden. Eine Kontoeröffnung ist in wenigen Minuten erledigt und es kostet nichts. Großes Potential sehen Xapo und Investoren derzeit in Entwicklungsländern.

Potential in Entwicklungsländern

Große Chancen um auch Privatpersonen von der Nutzung des Online-Wallets zu überzeugen, sieht Xapo in Entwicklungsländern, zu mindestens auf kurze Sicht, wie Ted Rogers, Strategiechef von Xapo, erklärt. In solchen Ländern muss die Bevölkerung häufig mit keinen oder kaum klassischen Bankdienstleistungen auskommen, wie wir sie kennen. Außerdem ist die Landeswährung in manchen Entwicklungsländern noch volatiler und unzuverlässiger als Bitcoins. Hier haben Digitalwährungen, wie Bitcoins, sogar klare Vorteile gegenüber der heimischen Währung.

Bitcoin-Debitkarte macht es möglich

Ted Rogers will Kunden in Entwicklungsländern mit einer „echten Bitcoin-Debitkarte“ gewinnen, die zudem in der Art „einzigartig“ auf der Welt sei, so Rogers. Xapo ist zwar nicht das erste Unternehmen, welche eine Debitkarte ausgibt. Doch bisher mussten Kunden zuvor in ihrem Wallet-Account Bitcoins verkaufen und konnten anschließend den Gegenwert, zum Beispiel Euro oder US-Dollar, im Geschäft oder online nutzen.
Die Xapo-Karte geht noch einen Schritt weiter. Kunden können die Bitcoin-Karte wie eine ganz normale Kreditkarte im Geschäft oder Internet einsetzen – zur Zeit überall da, wo auch Visa Kreditkarten akzeptiert werden. Der Händler erhält „normales“ Geld. Dem Kunden wird der Gegenwert in Bitcoin zum aktuellen Kurs von seinem Guthaben automatisch abgezogen. Diese Lösung ist wesentlich kundenfreundlicher als die bisherigen. Mussten Kunden bisher zunächst selbst Bitcoins verkaufen, ist dieser Schritt nun überflüssig. Außerdem kann dadurch quasi überall mit Bitcoins bezahlt werden, auch wenn der Händler eigentlich gar keine Bitcoins akzeptiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass dem Kunden für die Bezahlung keine Kosten entstehen. Er kann faktisch weltweit in jeder Währung einkaufen, ohne dass dafür, wie sonst üblich, „Auslandseinsatzentgelte“ fällig werden.

Natürlich muss das virtuelle Portemonnaie, wie im richtigen Leben auch, zuvor mit genügend Coins aufgeladen werden. Außerdem müssen Kunden auch auf eventuelle Kursschwankungen achten. Schließlich sind hier 2 Währungen im Spiel. Ist das Konto also eher sehr knapp kalkuliert, kann es vorkommen, dass dann der gewünschte Betrag nicht zur Verfügung steht.

Bitcoin-Technologie hat Potential

Das die Bitcoin-Technologie Zukunft hat, daran zweifelt kaum jemand. Zu den Vorteilen zählt unter anderem, dass grenzüberschreitende Geldtransfers getätigt werden können, ohne das Gebühren anfallen. Das mag für den Durchschnittsbürger eher weniger von Belang sein, aber große Unternehmen beschäftigen sich schon längst damit. Ein Unternehmen, welches Geldtransfers ohne Gebühren erleichtern will, ist Abra. Kunden können hier Geldtransfers vornehmen, ohne selbst mit der Kryptowährung in Berührung zu kommen. Alles läuft sozusagen hinter den Kulissen ab. Barry Silbert schlussfolgert: „Offen gesagt, meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis man Bitcoins benutzen wird, ohne es überhaupt zu wissen.“.