Entscheidung über ETF-Antrag von VanEck und SolidX erneut vertagt

Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC hat zum zweiten Mal eine Entscheidung über den CBOE Bitcoins-ETF von VanEck und SolidX vertagt. Allerdings hat die Behörde Ende der vergangenen Woche ein formales Verfahren hierzu eingeleitet. An dessen Ende soll dann eine Entscheidung über den eingereichten ETF-Antrag stehen. Eine Entscheidung war zunächst für den 30. September angekündigt worden. Zudem können sich in den nächsten Wochen Interessierte an der Diskussion beteiligen und Argumente bei der SEC einreichen.

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Formales Verfahren begonnen

Im nun begonnenen formalen Verfahren wird nun geprüft, ob der beantragte ETF den Wertpapiergesetzen der USA entspricht. Eine entsprechende Anweisung zur Eröffnung dieses Verfahrens, an dessen Ende dann eine Entscheidung stehen soll, wurde veröffentlicht. Allerdings gibt die bloße Einleitung eines solchen Verfahrens noch keinen Hinweis darauf, ob der ETF in der Tat genehmigt werden wird. Parallel zur Eröffnung des offiziellen Genehmigungsverfahrens bittet die SEC alle Interessierten darum, der Behörde ihre Meinung über den geplanten ETF-Vorschlang mitzuteilen.

Antrag unterscheidet sich deutlich von anderen Bitcoin-ETFs

Der Antrag, der von VanEck und SolidX eingereicht wurde und von der CBOE unterstützt wird, unterscheidet sich in vielen Faktoren von allen anderen ETF-Anträgen, die bislang bei der SEC eingingen. Diese waren zum größten Teil mit den Bitcoin-Futures, die an der CBOE gehandelt werden, verbunden. Der aktuelle ETF basiert allerdings direkt auf Bitcoins.

Ein weiterer großer Unterschied ist eine ergänzende Versicherung, die die Anleger zusätzlich schützen soll. Entscheidend könnte allerdings sein, dass sich der ETF aufgrund seines hohen Einstiegspreises wohl vor allem an professionelle und institutionelle Anleger richtet. Theoretisch können zwar auch Privatanleger in den ETF investieren, doch der Preis von 25 Bitcoins pro Anteil, derzeit also rund 160.000 Dollar, ist vielen wohl zu hoch. Damit könnte eine wichtige Forderung der SEC, der Schutz von Privatanlegern, auf diesem Weg erfüllt werden.

Aufruf zur Beteiligung an Entscheidungsprozess

Schon vor dem neueste Aufruf, sich am Entscheidungsprozess zu beteiligen, gingen bei der SEC über 1.400 Kommentare zum VanEck-SolidX-ETF ein. In der in der letzten Woche veröffentlichten Erklärung nannte die Behörde auch die von den Antragstellern genannten Argumente für ihren ETF. In den nächsten Wochen kann sich jeder an der Diskussion beteiligen und seine Argumente und Belege bei der SEC einreichen. Möglicherweise werden sich erneut viele Interessierte beteiligen.

Auf diesem Weg kann sich die Öffentlichkeit an der Entscheidungsfindung beteiligen. Die bisherigen Kommentare zeigten eine klare Mehrheit für den Bitcoin-ETF von VanEck und SolidX. Nun erhofft sich die SEC jedoch vor allem Antworten auf 18 konkrete Fragen, die sie veröffentlicht hat.

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Diskussion über mögliche Manipulationen

Ein großes Thema ist dabei die Frage nach möglichen Manipulationen. Die CBOE (Chicago Board Options Exchange) argumentiert, dass Bitcoins weniger anfällig für Manipulationen sind als andere Rohstoffe, auf denen börsengehandelte Produkte basieren. Der Grund hierfür sei die Fragmentierung der Bitcoinmärkte in aller Welt. Außerdem verringert aus Sicht der Börse die im Vergleich zu anderen Kryptowährungen sehr langsame Transaktionsgeschwindigkeit von Bitcoins die Gefahr von Manipulationen.

Erhöhte Gefahren durch Bitcoin-Futures?

In diesem Zusammenhang stellt die SEC zudem die Frage, ob die seit fast einem Jahr gehandelten Bitcoin-Futures die Gefahr von Manipulationen beeinflussen und wenn ja in welchem Umfang. Weitere Fragen stehen in Verbindung zum Over-the-Counter-Handel bei Bitcoins und den globalen Handel über spezialisierte Börsen. SolidX sagt hierzu, dass sich der außerbörsliche Handel mit Bitcoins besser zur Preisberechnung ein Index als ein oder sogar mehrere Indizes.

Marktliquidität in der Diskussion

Neben der Diskussion um Manipulationsgefahren fällt auch immer wieder das Stichwort Marktliquidität. Eine Grundvoraussetzung von ETFs ist deren Liquidität. Die Behörde will wissen, ob diese auch bei Bitcoin-ETFs gegeben ist. Die SEC würde zudem gerne erfahren, wie viele Trader sich im außerbörslichen Handel mit Bitcoins engagieren. Die SEC zeigt sich auch an allgemeinen Aussagen zur Manipulationsanfälligkeit des diskutierten Bitcoin-ETFs und dessen Transparenz interessiert.

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Preisberechnung über speziellen Index

In Verbindung mit dem VanEck-SolidX-ETF steht der MVBTCO-Index. Dieser soll zur Preisberechnung herangezogen werden, basiert allerdings auf einer privaten Berechnungsmethode und Kursdaten von nicht-identifizierten Market Makern. Laut den Anbietern soll Tag für Tag um 16 Uhr EST (Estern Standard Time) der aktuelle Preis berechnet werden. Die SEC fragt hier, ob diese Uhrzeit den ETF anfälliger für Manipulationen machen könnte.

Der einreichte ETF umfasst zudem eine geheime Datenbank, in der Kontaktdaten aus dem außerbörslichen Handel, beispielsweise von Hedgefonds und privaten Vermögensberatern, gespeichert werden sollen. Die SEC interessiert sich hier für die Ansicht der Öffentlichkeit. Auch allgemeine Aussagen und Meinungen über die Regulierung des Bitcoinmarkts sind erwünscht.

Rolle von Bitcoin-Futures und Kryptobörsen wie Gemini

Die SEC fragt weiter, welche Rolle die Bitcoin-Futures und die Kryptobörse Gemini für den Markt spielen. Die Behörde möchte wissen, ob beide über eine wichtige Größe und Bedeutung für den Markt verfügen. Gemini ist als Partner an der Berechnung der Kurse für den vorgeschlagenen ETF beteiligt.

Auch der hohe Einstiegspreis ist ein Thema für die SEC. Dieser wird gemeinhin als Pluspunkt für den ETF gewertet. Allerdings will die SEC auch hierzu die Meinung der Öffentlichkeit hören. Die gilt ebenso für die Aussage der Anbieter, dass bei Handelsbeginn 100 Anteile für den Handel verfügbar sein sollen. Hier steht insbesondere die Frage im Raum, ob diese Höhe mit Blick auf die Liquidität und die Arbitrage ausreicht. Die Meinung der Öffentlichkeit zur geplanten zusätzlichen Versicherung des ETFs ist für die SEC ebenfalls wichtig.

Einbeziehen der Öffentlichkeit

Die Verschiebung einer Entscheidung und das Einbeziehen der Öffentlichkeit wurde von Beobachtern durchaus als Überraschung gewertet. Schon im August wurde die Entscheidung zum Bitcoin-ETF von VanEck und SolidX verschoben. Neun Anträge von drei verschiedenen Anbietern wurden damals direkt abgelehnt. Diese Ablehnungen werden allerdings von der SEC nochmals überprüft, was als positives Signal an die Kryptoszene interpretiert wurde.

Die CBOE stellte den Antrag auf den von ihr Unterstützen ETF schon im Juni. Beobachter vertraten in den letzten Monaten immer wieder die Auffassung, dass dieses ETF-Konzept gute Chancen auf eine Zulassung haben könnte. Nun kann es unter Umständen allerdings noch bis Februar oder März 2019 dauern, bis eine endgültige Entscheidung bekannt wird.

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Umdenken bei der SEC in Sicht?

In den letzten Wochen ist allerdings auch zu beobachten, dass die SEC womöglich nach und nach ihre Einstellung zu Bitcoins und damit verbundenen ETFs ändert. Unter anderem wurde bekannt, dass die Kommissarin Hester Pierce vor einigen Wochen bei der Entscheidung über den Bitcoin-ETF der Winklevoss-Zwillinge für diesen gestimmt hatte. Auch der neue SEC-Kommissar Elad Roisman könnte eine positive Haltung zu Kryptowährungen haben. Er sprach sich kürzlich für eine faire und transparente Regulierung aus.

Die SEC kann ihre Entscheidung zum Antrag von VanEck und SoldiX nun nochmals um 45 Tage verschieben, im längsten Fall also bis Februar 2019. In der letzten Woche begann auch eine Frist von drei Wochen, in der jeder per Email, Post oder ein Online-Formular Kommentare, Argumente und Daten bei der SEC vorlegen kann.

Fazit: Entscheidung über ETF von SolidX und VanEck erst im Februar?

Nachdem die SEC im August die Entscheidung über einen ETF-Antrag von VanEck und SolidX auf Ende September verschoben hatte, wurde diese in der letzten Wochen zum zweiten Mal vertagt. Zudem kündigte die Behörde an, dass man die Öffentlichkeit um ihre Meinung zu 18 konkreten Fragen bittet. Bereits vor dieser Ankündigung gingen bis Mitte September 1.400 Kommentare zu diesem ETF bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde ein.

Der beantragte ETF wird von der Optionsbörse CBOE aus Chicago unterstützt und unterscheidet sich deutlich von anderen beantragten Bitcoin-ETFs. Unter anderem ist dieser ETF nicht mit den Bitcoin-Futures verknüpft, sondern direkt mit Bitcoins. Ein weiterer Unterschied ist eine zusätzliche Versicherung, die die Anleger schützen soll. Der hohe Einstiegspreis könnte den ETF besonders für institutionelle Anleger attraktiv machen.

Eine endgültige Entscheidung könnte nun erst im Februar 2019 fallen. Interessierte haben nun zunächst noch knapp drei Wochen Zeit, um ihre Stellungnahme und Argumente bei der SEC einreichen. Außerdem prüft die SEC gerade die zuletzt abgelehnten ETFs nochmals. Die Haltung der SEC könnte sich nach und nach verändern. Vor allem die SEC-Kommissarin Hester Pierce hatte sich in den letzten Wochen des Öfteren für Bitcoins und Bitcoin-ETFs ausgesprochen.

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