Schweizer Börse plant Einführung von Kryptohandel

An der Swiss Infrastructure and Exchange (SIX) könnte im nächsten Jahr der Startschuss zum Handel mit Kryptowährungen gegeben werden. Die SIX plant, bis Mitte 2019 eine neue Infrastruktur auf Basis der Blockchain aufzubauen, die den Handel mit Kryptowährungen ermöglicht. Die SIX Digital Exchange soll die Abwicklung von Krypto-Geschäften ebenso möglich machen wie die Aufbewahrung von digitalen Vermögenswerten. Die neue Handelsplattform könnte der Beginn einer neuen Ära sein und zugleich eine Verbindung zwischen der alten und der neuen Finanzwelt darstellen.
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Schweizer Börse könnte in Kryptohandel einsteigen

Schon seit einiger Zeit ist die Schweiz ein Pionier in Sachen Kryptowährungen. Die Schweizer Börse war bislang noch nicht im Kryptohandel involviert. Dies könnte sich nun ändern. Das Unternehmen arbeitet an einer vollständig integrierten Infrastruktur für den Kryptohandel, die neben dem Handel mit digitalen Vermögenswerten auch deren Aufbewahrung sicherstellen soll.

Die SIX ist für die Finanzmarktinfrastruktur in der Schweiz zuständig und wird daher komplett von der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) und der Schweizerischen Nationalbank reguliert. Diese Regulierung wird auch für die neue Handelsplattform zutreffen.

SIX stellt Börsenstruktur der Schweiz zur Verfügung

Die SIX ist in der Schweiz für die  gesamte Wertschöpfungskette bei Wertschriften und Zahlungen verantwortlich und verfügt daher über viel Erfahrung, die man nun auch im Handel mit Kryptowährungen nutzen will. Aus der Sicht von Thomas Zeeb, dem Leiter der Abteilung für Securities & Exchanges, ist die Börse für diese Aufgabe gut vorbereitet. Die SIX stellt die gesamte Börsenstruktur der Schweiz zur Verfügung und besitzt daher viel Know-How beim Aufbau und dem Betrieb von skalierbaren und systemrelevanten Dienstleistungen.

Die bekannteste Kryptowährung stellt derzeit Bitcoin dar

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Bis Mitte 2018 Infrastruktur für Kryptohandel aufbauen

Die SIX will bis Mitte 2019 zum ersten Mal weltweit eine Marktinfrastruktur aufbauen, über die der vollständig integrierten End-to-End-Handel mit Kryptowährugen möglich ist. Auch als Abwicklungs- und Aufbewahrungsdienst für digitale Vermögenswerte soll die neue Plattform, die zu größten Teil auf der Distributed-Ledger-Technologie basiert, dienen. Die SIX freut sich auf diese neue Aufgabe. Ihr Chef Jos Dijsselhof sieht darin bereits den Anfang eines neuen Zeitalters für Kapitalmarktinfrastrukturen.

Neue und etablierte Finanzwelt verbinden

Mit der SIX Digital Exchange könnte die Schweizer Börse eine Verbindung zwischen der neuen und der alten Finanzwelt auf den Weg bringen. Zudem könnte so eine sichere Umgebung für den Handel mit digitalen Assets entstehen. Möglicherweise nimmt die SIX neben Kryptowährungen auch andere Wertpapiere und Vermögenswerte, die bisher nicht im Finanzsystem handelbar sind (nicht bankfähigen Vermögenswerte), auf der Plattform auf. Diese würden zu diesem Zweck tokenisiert. Die ersten Dienstleistungen sollen Mitte des kommenden Jahres nutzbar sein. Die Kunden können dann selbst entscheiden, wann sie wie die neuen Angebote nutzen möchten.

Internationaler Finanzdienstleiter aus Zürich

Die SIX Group ist ein international tätiger Finanzdienstleister, der vor zehn Jahren aus der SWX Group, der SIS Group und der Telekurs Group hervorging und heute in Zürich zu Hause ist. SIX betreibt unter anderem die Schweizer Finanzplatzinfrastruktur und baut Plattformen für den Wertpapierhandel auf, die man auch selbst betreibt. Im Nachhandel ist man ebenso aktiv wie bei Dienstleistungen für bargeldlose Zahlungen.

Über die Börsenplattform von SIX kommen Käufer und Verkäufer von Wertpapieren zusammen. SIX gewährleistet, dass das Geschäft zustande kommt und wickelt den Handel dann vollautomatisch ab. Danach übernimmt SIX auch die Aufbewahrung der Wertpapiere. Die Kunden von SIX könnten zudem Finanzdaten aus aller Welt und Services rund um den bargeldlosen Zahlungsverkehr nutzen.

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Betrieb und Kontrolle der Schweizer Börse

Als Betreiber der Schweizer Börse übernimmt SIX auch die Zulassung von Wertpapieren, den Betrieb der Handelsplattform und die Überwachung des Handels. Über die Handelsplattform, die SIX Swiss Exchange gemeinsam mit  SIX Structured Products betreibt, können Anleger auch Derivate oder Aktien handeln. SIX berechnet zudem Indizes wie den Swiss Market Index. Die unabhängige Abteilung Exchange Regulation übernimmt wie im Börsengesetz vorgesehen die Selbstregulierung der Börse. Die Abteilung ist unabhängig vom operativen Geschäft und hat unter anderem die Aufgaben, den Handel zu kontrollieren und Regeln für Emittenten aufzustellen.

Auch im Mobile Payment aktiv

Seit einiger Zeit ist SIX auch im Mobile Payment aktiv und bietet seine Dienstleistungen auch im europäischen Ausland an. Unter anderem wird ein Service für Gastronomie und Handel angeboten, mit dem Unternehmen Zahlungen im Internet oder per Mobile Payment anbieten können. Hinter SIX stehen fast 130 Finanzinstitute aus dem In- und Ausland, die als Eigentümer fungieren. Diese nutzen auch die Angebote des Unternehmens sehr stark. SIX ist zwar selbst nicht an der Börse notiert, bildet aber den größten Aktienmarkt der Schweiz.

Plattform noch in der Entwicklungsphase

Die neue Digital Exchange befindet sich noch in der Entwicklung. Laut Unternehmenssprecher Stephan Meyer steht SIX dem Handel mit Kryptowährungen und ICO-Tokens allerdings offen gegenüber. Ob allerdings letztendlich wirklich Kryptowährungen und anderen Tokens über die Digital Exchange gehandelt werden, ist noch unklar. Aktuell konzentriert sich die SIX auf den Aufbau der neuen Plattform und hat noch nicht über die genauen Produkte entschieden. Allerdings soll die Entwicklung der Digital Exchange ab Mitte kommenden Jahres soweit vorangekommen sein, dass man unterschiedliche digitale Vermögenswerte in die Plattform integrieren kann.

Sicheres und stabiles Umfeld für Kryptohandel aufbauen

Die SIX legt dabei Wert auf Transparenz und Rechenschaftspflicht. Aus Sicht des Unternehmens wünschen sich alle Marktteilnehmer ein sicheres und stabiles Umfeld, auf dem sie ihre Vermögenswerte anbieten und handeln können. Das Angebot soll auf die Bedürfnisse von Anlegern und Investoren zugeschnitten sein und deren Sicherheit gewährleisten. Dies soll über einen Due-Diligence-Prozess erfolgen, den alle Assets bestehen müssen, bevor sie auf der Handelsplattform zugelassen werden.

Das Ziel von SIX ist es, die Funktionen traditioneller Börsen auch für den Kryptohandel zu übernehmen. Auf diesem Weg soll die Sicherheit für Investoren und Anleger bei Projekten und Entscheidungen für Investition gewährleistet werden. Aus diesem Grund arbeitet SIX eng mit den verantwortlichen Behörden zusammen. Gemeinsam will man passende rechtliche Rahmenbedingungen erarbeiten und falls notwendig Veränderungen umsetzen.

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Nachhaltig Vertrauen aufbauen

Die Digital Exchange könnte auf lange Sicht sogar das bisherige System in der Schweiz ersetzen. Damit dies jedoch möglich ist, müssen Investoren und Anleger Vertrauen in die neue Handelsplattform bekommen. Derzeit besteht vor allem bei institutionellen Anlegern noch viel Unsicherheit. Ihr Vertrauen in Kryptobörsen ist auch aufgrund zahlreicher Hackerangriffe auf Kryptobörsen in den letzten Jahren durchaus beschädigt. Viele zögern bislang, im Kryptohandel aktiv zu werden. Damit SIX nachhaltig und dauerhaft eine Handelsplattform für digitale Assets etablieren kann, müssen Aspekte wie Sicherheit, Stabilität und Transparenz berücksichtigt werden.

Schweiz attraktiv für Kryptobranche

Die Schweiz gilt schon lange als sehr krypto-affin. Im Kanton Zug haben sich in den letzten Monaten und Jahren einige Startups, die mit Kryptowährungen und der Blockchain arbeiten, niedergelassen. Auch die Ethereum Foundation hat hier ihren Sitz. Neben den vorteilhaften Steuergesetzen in der Schweiz locken vor allem die liberalen Regelungen bei Kryptowährungen und ICOs diese Unternehmen ins Land. Vor allem in Zug, wo man auch bereits bei der Stadtverwaltung mit Bitcoins zahlen kann, unterstützen auch die lokalen Behörden die jungen Unternehmen und möchten so den Ort als Standort für die Kryptoszene fördern.

Regulierung durch Finanzaufsicht

Dennoch arbeiten auch die Schweizer Behörden an Regulierungen. Die Finanzaufsicht arbeitet hierzu mit dem Justizministerium zusammen. Im Februar gab man beispielsweise Regelungen zu ICOs heraus, möchte diese aber nicht einheitlich regulieren, sondern jeden Einzelfall individuell bewerten. In den letzten Jahren zeigten sich die Schweizer Behörden durchaus pragmatisch. Beispielsweise wurden Startups bestimmte Auflagen gemacht, unter anderem in Bezug auf die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Bestimmungen. Viele Unternehmen in der Schweiz sprechen sich allerdings für eine umsichtige Regulierung aus.

Fazit: Bald Kryptowährugen an Schweizer Börse

Möglicherweise können Anleger ab Mitte des kommenden Jahres an der Schweizer Börse SIX mit Kryptowährungen handeln. Der Betreiber der Börse arbeitet an einer digitalen Handelsplattform, über die Kryptowährungen und Tokens aus ICO gehandelt werden könnten. Welche Produkte die SIX genau anbieten wird, ist allerdings noch unklar, da man sich derzeit vor allem auf den Aufbau der Plattform, die auf der Blockchain basiert, konzentriert. Neben dem Handel mit digitalen Assets soll die Plattform auch deren Aufbewahrung ermöglichen.

SIX, der Betreiber der Schweizer Börse, unterliegt vollständig der Regulierung der Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) und der Schweizerischen Nationalbank. Daher wird auch die geplante Handelsplattform von diesen Behörden kontrolliert. Gemeinsam arbeitet man derzeit an einem angemessenen rechtlichen Rahmen.

SIX ist seit rund zehn Jahren als Dienstleister für die Schweizer Finanzbranche und als Betreiber der Finanzplatzinfrastruktur des Landes bekannt. Darüber hinaus ist SIX auch im Bereich Mobile Payments aktiv. Dieses Wissen und Erfahrung will das Unternehmen nun auch in den Kryptohandel einbringen.

Die Schweiz ist seit einiger Zeit aufgrund seiner liberalen Regelungen für Kryptowährungen und ICOs ein beliebter Standort für Startups aus der Kryptobranche. Die Schweizer Finanzaufsicht hat zwar im Februar Regelungen für ICOs veröffentlicht, will jedes ICO allerdings als Einzelfall bewerten.

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