Rätselraten um Bitcoin Erfinder geht weiter

Wir hatten bereits im Dezember 2015 darüber berichtet, dass hinter dem Pseudonym “Satoshi Nakamoto” der Australier Craig Wright stecken könnte. Damals – wie heute – ist es jedoch mehr als fraglich, ob der Geschäftsmann tatsächlich der Erfinder der Kryptowährung Bitcoin ist. Angeblich will er jetzt stichhaltige Beweise vorlegen.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Ursprünglich hatten 2 Zeitungen darüber berichtet, dass sich hinter dem Pseudonym der Australier Craig Wright verbirgt. Er selbst behauptet ebenfalls, der Erfinder von Bitcoin zu sein. Es steht außer Frage, dass er Bitcoins in großen Mengen und bereits seit mehreren Jahren handelt. Doch ob der auch wirklich der Begründer der digitalen Währung ist?

Bisheriger Beweis hat keinerlei Aussagekraft

Craig konnte sogar einen der führenden Bitcoin Entwickler – Gavin Andresen – überzeugen, dass er der Erfinder von Bitcoin sei.

Herr Wright hat bereits versucht, seine Behauptung auch zu beweisen. Dazu hatte er einen Hash einer Bitcoin Transaktion öffentlich gemacht, die allgemein dem Erfinder “Satoshi Nakamoto” zugeordnet wird. Allerdings hegen viele Krypto-Experten starke Zweifel an der Aussagekraft des “Beweises”. Die Aussagekraft leidet deswegen, da der Hash ja bereits öffentlich bekannt war und diesen lediglich in ein “neues Gewand gepackt”. Wright hat mit diesem Hash auch keinen neuen Text signiert, daher ist der “Beweis” nicht aussagekräftig genug.

Experten äußern sich sehr skeptisch gegenüber dem Australier. Die ganze Angelegenheit wirkt eher wie eine Betrügerei als ein aufrichtiger Versuch, seine Behauptung zu beweisen.

Wright lädt zum Treffen in London ein

Diversen Berichten zufolge, lud Wright zu einem Treffen in London ein, bei dem er weitere Beweise darlegen wollte. Konkret sahen die Beweise so aus, dass er Nachrichten mit Hilfe eines Schlüssels signierte, die nur Satoshi Nakamoto haben konnte. Auf Nachfrage von Journalisten, ob er auch in der Öffentlichkeit weitere Beweise vorlegen würde, reagierte er abweisend.

Einige Experten sind von Wright überzeugt

Es ist natürlich leicht zu behaupten, dass nur unbedarfte Journalisten mit Halbwissen auf Craig Wright “hereingefallen” sind. Tatsächlich ist es so, dass es auch einige anerkannte Experten in der Bitcoin Szene gibt, die Wright glauben und ihn wirklich für den Erfinder von Bitcoin halten.

Vor allem Jon Matonis und Gavin Andresen – beide anerkannte Bitcoin Experten – sind von Wright überzeugt. Sie waren in London anwesend und haben Gespräche mit dem Australier geführt. Vor allem da beide so sehr überzeugt waren, habe man dann doch Wright Glauben geschenkt.

Allerdings überließ der Australier die Beweise, die er vor Ort darlegte, nicht Andresen oder anderen, um sie im Nachhinein näher zu überprüfen. Er begründete diese Vorgehensweise damit, dass er nicht möchte, dass sie öffentlich bekannt gemacht werden, bevor Wright selbst zu einem öffentlichen Outing bereit sei. Dies befeuert jedoch weitere Spekulationen, dass Wright doch nicht der Erfinder von Bitcoin sei.

Wright wollte nachlegen

Natürlich kann ist es möglich, dass Craig Wright der tatsächliche Erfinder von Bitcoin ist. Ebenso gut ist es jedoch auch möglich, dass er es nicht ist. Wenn er möchte, dass man von seiner Behauptung überzeugt ist, muss er allerdings noch andere Beweise nachlegen.

Möglich wäre beispielsweise eine Nachricht mit einem privaten Schlüssel zu signieren, die eindeutig auf den ersten Block von Bitcoin hindeutet – so wie er es bereits in London getan hat. Weiterhin könnte er Bitcoins, die allgemein Satoshi zugeordnet werden, auf eine andere Bitcoin Adresse übertragen. Das wäre ebenfalls ein Indiz dafür, dass er im Besitz der ersten Bitcoins wäre und damit der Erfinder. Auch die Signierung einer Nachricht mit dem PGP Schlüssel, der in der Anfangszeit von den Erfindern genutzt wurde, wäre ein Hinweis auf die Identität von Satoshi.

Die Kombination von mehreren Beweisen dürfte dann letztlich viele Kritiker überzeugen. Sicherlich könnte man immer noch einwenden, er hätte sich auf irgendeiner Weise der Schlüssel und Bitcoins bemächtigt. Allerdings hätte Wright dann zumindest detaillierte Informationen über den “echten” Bitcoin Erfinder.

Craig Wright wollte eigentlich vergangene Woche Beweise nachlegen. Konkret wollte er Bitcoins – die Satoshi Nakamoto zugeordnet werden – auf eine andere Adresse transferieren. Das wäre durchaus ein starker Beweis gewesen. Allerdings machte der Australier kurzfristig einen Rückzieher. Er begründetet seinen Schritt damit, dass er derzeit nicht den Mut hätte. Weiter führte er aus:

“…ich weiß, dass die Welt das jetzt niemals mehr glauben wird.”

Damit wird die Frage weiter im Raum stehen, wer der Erfinder von Bitcoin sei. In der Praxis spielt es für die Kryptowährung keine Rolle. Bitcoin ist eine “Open Source Währung”. Es wäre höchstens entscheidend, wenn Craig Wright in Zukunft Hinweise oder Anregungen für die Weiterentwicklung von Bitcoin gäbe. Womöglich würde man dann seine Stimme mehr gewichten als die anderer Experten.