Trotz Mt.Gox Anklage – Millionen Investments

Mark Karpelès, Chef der der gescheiterten Bitcoin-Plattform Mt. Gox, wurde Anfang August in Japan verhaftet und jetzt angeklagt. Die Anklage lautet auf Datenmanipulation und Veruntreuung von Kundengeldern. Er lebt bereits seit einigen Jahren in Japan. 2011 hatte er den Großteil an dem Marktplatz gekauft.

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Was ging dem voraus?

Im Februar 2014 hatte Mt. Gox den Umtausch von Bitcoin in andere Währungen ausgesetzt. Kurz darauf wurde von der Handelsplattform Konkurs angemeldet. Die Aufklärung von fehlenden 850.000 Bitcoins im Wert von geschätzten 350 Millionen US-Dollar steht immer noch an.
Bereits in 2013 soll Karpelès, der seit 2011 die Mehrheitsanteile an Mt. Gox besitzt, Daten verändert haben und somit 1 Million US-Dollar „gestohlen“ haben. Auch die Veruntreuung von 321 Millionen Yen (ca. 2,3 Millionen Euro) wird ihm vorgeworfen.

Karpelès hingegen weißt die Vorwürfe zurück und spricht von einem großangelegten Hackerangriff auf die Plattform.

Nutzer fordern fast 20 Milliarden Euro

Die Forderung der ehemaligen Nutzer ist kaum zu überbieten. Sie fordern im Insolvenzverfahren 2,66 Billionen Yen, was umgerechnet etwa 19,5 Milliarden Euro entspricht.

Bis Anfang 2014 galt Mt. Gox als eine der wichtigsten Umschlagplätze für die virtuelle Währung. Die Kunden wurden schließlich nervös, als die Auszahlungen nicht mehr reibungslos abliefen.
Als vermeintlich interne Dokumente, die den Diebstahl von 744.000 Bitcoin belegen sollten, ins Internet gestellt wurden, reichten die Kunden eine Sammelklage ein. Daraufhin trat Marc Karpelès als CEO zurück. Ende Februar 2014 ging Mt. Gox vom Netz.

Als amtierender Treuhänder hat der Staatsanwalt Nobuaki Kobayashi die Leitung des Insolvenzverfahrens übernommen und jetzt aktuelle Zahlen präsentiert. Demnach liegt das aktuelle Bitcoin-Volumen von Mt. Gox bei etwas mehr als 200.000 Bitcoin (ca. 43 Millionen Euro).

Derzeit befinden sich Bitcoins im Wert von ca. 2,65 Milliarden Euro im Umlauf. Unerklärlich ist daher, wie Gläubiger fast 20 Milliarden Euro Entschädigung fordern können. Selbst wenn man den Höchstkurs zugrunde legen würde, käme man maximal auf eine Summe von knapp 11 Milliarden Euro.

Außerdem wird der Hauptanteil in Höhe von circa 18,5 Milliarden Euro von lediglich 3 Gläubigern gefordert. Es ist wirklich unerkärlich, wie diese auf derartige Summen kommen.

Insgesamt gingen bis jetzt 24.700 Anträge ein.

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Allen Unkenrufen zum Trotz: Mehr als 40 Millionen Dollar für Bitcoin Startups

Bei Investoren ist und bleibt Bitcoin beliebt. Auch wenn die Kryptowährung gelegentlich Negativschlagzeilen macht. Vor allem die Technologie hinter Bitcoin: der Blockchain. Und in der letzten Woche konnten mehrere Startups sehr gute Investitionsrunden absolvieren, insgesamt mehr als 40 Millionen Euro.

30 Millionen Dollar an Chain.com

Das Startup Unternehmen aus San Francisco ermöglicht die maßgeschneidert Bildung von „Blockchain-Netzwerken“ durch Unternehmen und Institutionen. Über diese Netzwerke können die unterschiedlichsten Güter- unter anderem auch Wertpapiere – nicht nur gehandelt sondern auch transferiert werden. Bitcoin spielt hier jedoch eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt des Geschäfts steht bei Chain.com die Technologie hinter Bitcoin. An der Wall Street stößt das Unternehmen bereits auf großes Interesse. Eine Investorengruppe die Visa, Nasdaq und Citi Ventures unter Ihrem Dach vereint, hat 30 Millionen Dollar investiert.

Der Kommentar von Ramneek Gupta von Citi Ventures:
“Blockchain-Technologie stellt einen fundamentalen Generationswandel für Finanzdienstleister dar, und die Plattform von Chain ermöglicht und beschleunigt diesen Wandel. Wir hoffen, Chain zu helfen, die Plattform zu entwickeln und Anwendungen zu bilden. Dies ist ein Teil von der vielgesichtigen Blockchain-Strategie von Citi, die das Potenzial hat, die Erfahrung der Kunden über Währungen und Zahlungen hinaus zu verbessern.”

12 Millionen Dollar für das Remittance-Startup Abra

Das Unternehmen Abra will den internationalen Überweisungsmarkt revolutionieren. In den kommenden 2 Wochen soll eine neue App vorgestellt werden, mit der es möglich ist, mit dem Smartphone Geld innerhalb weniger Minuten grenzüberschreitend ohne Gebühren zu verschicken. Zunächst wird die App nur auf einigen Märkten getestet.
Das Geld kann von den Nutzern entweder mittels Banküberweisung oder einem Netzwerk von Wechslern eingezahlt werden. Im nächsten Schritt wird das Geld von der App in Bitcoins transferiert. Das Guthaben wird weiterhin in der jeweiligen Währung angezeigt.
In einer ersten Investitionsrunde konnten bereits 2 Millionen Dollar eingesammelt werden. Die zweite fiel bereits wesentlich lukrativer aus und betrug 12 Millionen Dollar. Vor allem in Asien und Afrika besteht ein großes Potential. Auch andere Unternehmen arbeiten bereits an einer Bitcoin Karte, mit der es möglich ist, überall in der Digitalwährung zu bezahlen.

2.25 Millionen Dollar für Case

Das Unternehmen case hat für Bitcoins eine neue Hardware-Wallet entwickelt. Diese kann den User mittels Fingerabdruck identifizieren und sieht aus wie ein Taschenrechner. Per Multi-Sig-Verfahren werden die über Case gespeicherten Bitcoins geschützt. Dabei werden die Schlüssel in mehrere Teile geteilt und sogar an unterschiedlichen Orten gespeichert. Mit Digital Asset Holding ist Case schon in eine Partnerschaft eingestiegen. Dabei handelt es sich um die Firma der berüchtigten „Blythe Masters“.
Diese wird wahrscheinlich bereits in Kürze Blockchain basierte Aktien an die Wall Street bringen. Wie der Future Market der Blockchain-Technologie in eine Hardware-Wallet integriert werden kann ist für Case bereits ein aktuelles Thema. Eine Hardware Wallett hatte auch Trezor bereits an den Markt gebracht.

1,6 Millionen Dollar für Shapeshift.io

Hier dreht sich alles um eine Plattform zum Wechsel von Kryptowährungen. Das Besondere liegt bei Shapeshift jedoch darin, dass der Wechsel von zum Beispiel Bitcoin in Litecoin ohne Anmeldung ermöglicht wird.
Der Start erfolgte im August 2014 und verlief bisher sehr rasant. Unterstützt werden zur Zeit 40 digitale Währungen, was insgesamt 940 Währungspaare ausmacht.

1,1 Millionen Dollar für Coinalytics

Vom Grundsatz her handelt es sich um eine Informationszentrale für Bitcoins. An der Basis wurden Daten zusammengeführt, ein Bitcoin Volatillity-Index errechnet und natürlich auch Marktbewegungen analysiert. In den letzten Monaten allerdings fand eine Umorientierung statt. Die bisherige offene Datenplattform wurde durch einen umfassenden Analyeservice für Blockchains ersetzt.
Angefangen von der Datenabfrage innerhalb der Blockchain und über die Anti-Geldwäsche-Maßnahmen, bin hin zu Analysen von unbestätigten Analysen reicht das neue Angebot. Allerdings sind bislang weder die Mission noch der Markt von Coinalytics genau definiert.

1 Million Dollar für Paymium aus Paris

Paymium ist aus einer früher einmal relevanten Börse von Zahlungsdienstleister entstanden. Paymium ist das einzige europäische Unternehmen dem es gelang, große Unternehmen zur Akzeptanz von Bitcoins zu bewegen. Ziel des Venture Capital ist, die Präsenz unter den Händlern in Europa weiter auszubauen. Aber auch die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen rund um die Blockchain gehört dazu.