Bitcoins – Immer mehr Kriminelle erpressen die Kryptowährung

DDoS (Distributed Denial-of-Service) –Attacken finden in den unendlichen Weiten der Cyberwelten statt und haben eine ganz außergewöhnliche Sprengkraft. Bei Attacken dieser Art greifen mehrere Computer zeitgleich durch einen Verbund (Botnetze) eine einzelne Webseite oder gar einen kompletten Netzwerkverbund an. Was auch immer dabei im Einzelnen gemacht wird, am Ende fallen da komplette Server, oder gar Serverfarmen aus. Bei der Gelegenheit sind die Ressourcen der Firewall oder aber auch die Web- und der Datenbankserver dahinter das erklärte Ziel. Diese Erfahrungen mussten nun auch griechische Banken machen – Bitcoins sollten als Lösegeld gezahlt werden.

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Virtuelle Attacken mit realen Ergebnissen

DDoS-Attacken werden immer häufiger zum Mittel der Wahl, wenn es um Erpressungen im WEB geht. Eine solche Attacke des Armada Collective galt nun den Servern griechischer Banken. Während früher Tresore mit viel Fingerspitzengefühl oder mit dem Schweißbrenner geöffnet wurde um an Bargeld oder/und Wertpapiere zu gelangen, laufen Raub, Diebstahl und Erpressung nun auf dem lautlos- digitalen Weg. Die geforderten Lösegelder werden dabei folgerichtig nicht mehr in bestimmten Landeswährungen gefordert, sondern in Form von Bitcoins.

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Cyberattacken mit wirtschaftlichen Folgen

Hacker stören mit Attacken dieser Art quasi nach Belieben Funktionen, Leitungen und – eben auch Server. So waren jüngst erst Schweizer E-Mail-Dienste das Ziel digitaler Erpressung. Nun sind die Griechischen Banken das Ziel dieses sehr realen Angriffs per Attacke über den Weg der virtuellen Währungen. Im Vorfeld gab es diverse Störungen bei Buchungen und anderen bankrelevanten Vorgängen. Das jedenfalls ließen Vertreter der Sicherheitsbehörden verlauten. Auch anhand solcher Meldungen wird deutlich, wie real diese Kriminalität im Cyberkrieg wirklich ist.

Hände hoch – oder …

Die Zeiten von „Hände hoch, Geld her oder ich schieße“ sind offensichtlich vorbei. Die Hackertruppe, die sich unter dem Namen „Armada Collective“ zu kriminellen Taten formiert hat, fordert von den attackierten Geldhäusern ein Lösegeld. Das fordern sie sehr gezielt in der Kryptowährung Bitcoin. Geiseln verleihen solchen Forderungen sonst immer wirksamen Nachdruck. Die gibt es hier nun nicht. Statt dessen drohen die Cyber- Täter mit weiteren digitalen Angriffen an empfindlicher Stelle. Das kann nun wirklich keiner wollen – auch und insbesondere die Banken Griechenlands nicht. Deswegen wird diese Drohung sehr ernst genommen. Bitcoins werden immer mehr das Ziel solcher erpresserischen Handlungen. Die Griechischen Behörden haben – so heißt es offiziell – ein Team zur Abwehr von Cyber-Attacke gebildet. Nur die Zukunft kann zeigen, wie wirksam dessen Handeln ist.

Server verlieren Performance

Wie sieht der Weg zum „Erfolg“ solcher Erpressungen aus, deren Ziel letztlich die begehrten Bitcoins sind? Nun, das Prinzip dahinter kling sehr einfach . Die Hacker überfluten die Server mit Nonsens – Anfragen. Die DDOS-Angriffe, die das bewirken, laufen so lange, bis die Performance der Server gnadenlos zur Null-Linie in die Knie geht. Da die Server nun mal die Herzen einer DV-technischen Infrastruktur sind, hat die DV-Landschaft der betroffenen Betriebe so massiv zu tun, das praktisch nichts anderes mehr möglich ist. Das ist der Zeitpunkt, an dem die „Attentäter“ ihre Forderung nach den begehrten Bitcoins wirksam „unterbreiten“ können.

Bitcoin – Das Bindeglied zwischen den Welten

Kriminalität und andere Formen der Überschreitung gesetzlicher Regelungen und Verordnungen finden aber nicht nur den „Abgründen“ des WWWs rund um die Bitcoins satt, sondern auch und nach wie vor in der realen Welt.

Schengen

Dazu zählen aktuell auch die Schengener Abkommen. Wir erinnern uns: Diese internationalen Übereinkommen zielten auf die Abschaffung der festen Grenzkontrollen der Binnengrenzen aller teilnehmenden Staaten ab. Da sich nun der Anwendungsbereich des Schengen-Besitzstandes nicht mit dem Gebiet der EU-Mitgliedstaaten deckt, wurde dafür eine eigenständige Begrifflichkeit definiert: der Schengen-Raum und, wenn es um die teilnehmenden Staaten geht, auch die Schengenstaaten.

Schengen am Ende?

Nu will die EU ein Sonderdekret erlassen. Es soll allen Mitglieds-Ländern erlauben, dass sie ihre Grenzen für zwei Jahre wieder schließen. Das ist einfach nur eine andere Wortfindung dafür, dass das Schengen-System damit quasi beendet würde. Deutschland erhält dabei allerdings einen Sonderstatus. Diesem Mitgliedsstaat bliebe es auch weiterhin freigestellt, diese Grenzen offen zu lassen.

Partielle Grenzschließungen

Hinsichtlich dieser neuen Vorgehensweise hat Schweden nebst anderer EU-Länder seine Intensionen bereits dadurch deutlich gemacht, dass es bereits Grenzkontrollen wieder eingeführt hat. Und nun ist es die Absicht der EU, dass allen Schengen-Ländern diese Erlaubnis gegeben werden soll. Einer der besonders markanten Punkte daran ist, dass es den Schengen- Ländern bist dato nicht erlaubt war, ihre Grenzen für mehr als sechs Monate zu schließen. Nun soll es eine Zwei-Jahresfrist dafür gaben. Eine Bürgerrechtsgruppe hat das geleakt.

Was ist so besonders an Griechenland?

Gelten soll all das für –Zitat: „Ein oder mehrere Mitgliedsländer“ und für „alle oder bestimmte Teile der Innengrenzen“. Diese Wortwahl lässt ebenso konkret wie berechtigt erahnen, dass diese Vorschläge eben nicht nur für einen Staat gelten soll wie aktuell für Griechenland, sondern dass daraus gewissermaßen ein Blanko-Scheck für Kontrollen der Binnen-Grenzen in der gesamten EU ausgestellt wird. Das jedenfalls äußerte der Menschenrechtsexperte Steve Peers von der Uni Essex zu diesem Thema auch über seinen Blog.

Warum macht Griechenland hier erneut von sich Reden?

Die EU hatte damit gedroht Griechenland aus dem Schengenabkommen für den Fall rauszunehmen, wenn Griechenland seine EU-Außengrenze nicht gegen Flüchtlinge absichern würde. Den Grund dafür sah man darin, dass Griechenland nicht mit der europäischen Grenzschutz-Agentur Frontex zusammenarbeite.

Das Bindeglied zwischen den Welten

Als wäre all das nicht schon komplex genug, raten nun zwei barbadische Wirtschaftswissenschaftler der Zentralbank geringe Anteile der Finanz- und Devisenreserven auch in Bitcoins anzulegen. Das ist mal ein echter Karrieresprung für dieser Cyberwährung. Dabei erfüllen Devisenreserven einer Zentralbank ja immer gleich mehrere Funktionen. Letztlich stützen sie den Wechselkurs der eigenen Währung und sind die Finanz- Firewall der gesamten Volkswirtschaft gegen spekulative Angriffe. Genau da können Bitcoins künftige eine wichtige Rolle einnehmen. In ihrer Studie treten die Wissenschaftler den Beweis dafür an, dass Bitcoins, die Kryptowährung, die Volatilität der Devisenreserven insgesamt stärken würde.
Nun erhebt sich dabei die drängende Frage, ob es sich auch für kleine Volkswirtschaften lohnt, ein paar Bitcoins zur Reserve zu legen. Mit kompetenten Zahlenspielen stellen sie wirtschafts- mathematische Szenarien in der „was wäre wenn“ Situation auf, die diesen Beweis nachhaltig antreten.
Zu guter Letzt treten die Autoren dafür ein, dass die Zentralbank, solche geringfügigen Anteile in Bitcoins wenigstens überlegen sollten. Die Bitcoins bekämen den Status einer Reservewährung.