Hacker knacken Krankenhaus – 9.000 Bitcoins Lösegeld gefordert

In unserem Bitcoin Magazin haben wir bereits darüber berichtet, dass immer mehr Kriminelle Bitcoin als Lösegeldwährung erpressen. Eine ganz neue Dimension nimmt Lösegelderpressung jedoch an, wenn das Computersystem von Krankenhäusern infiltriert und nur nach Zahlung eines Lösegelds wieder entsperrt wird. Was vielleicht vor einigen Jahren noch als Horrorvorstellung abgetan wurde, ist mittlerweile bittere Realität. Krankenhäuser auf der ganzen Welt sind davon betroffen.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Kriminelle fordern von Los Angeles’ Krankehaus 9.000 Bitcoin

Anfang Februar gelang es Kriminellen, sich in das Computersystem des Hollywood Presbyterian Medical Center in Los Angeles zu hacken. Ihnen ist es gelungen, die Software des Krankenhauses lahmzulegen. Um das System wieder zu aktivieren, verlangten sie 9.000 Bitcoin (derzeit etwa 3,2 Millionen Euro).

Patientenakten und -daten werden heute nicht mehr mit Stift und Papier geschrieben, sondern von Computer und Tablet abgerufen. Auch Geräte, wie beispielsweise Narkosegeräte werden über Computer und Internet gesteuert. Umso dramatischer also, dass das Krankenhaus, welches 430 Betten umfasst, einem Hacker-Angriff zum Opfer fiel.

Ärzte und Pflegepersonal können weder zeitnah Patientendaten austauschen noch abrufen. Auch diverse Geräte mussten abgeschalten werden. Das hat zur Folge, dass Notfälle nicht mehr angenommen und Patienten teilweise in andere Krankenhäuser verlegt werden mussten. Angeblich mussten mehr als 900 Patienten in anderen Krankenhäusern untergebracht werden.

Der Hacker-Angriff wurde erst jetzt bekannt. Wie gestern bekannt wurde, gab das Krankenhaus der Lösegeldforderung nach. Allerdings bedeutend weniger als ursprünglich gefordert. 17.000 US-Dollar seien, nach Aussage von Krankenhaus-Chef Allen Stefanek, gezahlt worden. Eine Millionenforderung – wie 9.000 Bitcoins – wurde jedoch bestritten. Warum ging das Unternehmen auf die Forderung ein? Krankenhaus-Chef begründete die Zahlung damit, dass es die schnellste und effizienteste Lösung sei. Das FBI hat die Ermittlungen selbstverständlich auch aufgenommen.

Technische Details über den Hack sind jedoch nicht umfassend bekannt. Möglicherweise handelt es sich um eine Variation einer Ransomware. Eine Ransomware gelangt beispielsweise über den Anhang einer E-Mail auf den Computer, verschlüsselt dort alle Daten – sogar USB-Sticks – und verlangt im Anschluss daran eine Lösegeldforderung, um den Code für die Entschlüsselung zu liefern. In der Regel sind diese relativ gering, meist zwischen 0,5 und 1 Bitcoin – je nach Festplatte und Größe der Datenbanken. Vermutlich war der Hack des Los Angeles’ Krankenhauses mehr oder weniger Zufall. Als die Hacker bemerkten, welches Computersystem da gehackt wurde, trieben sie die Lösegeldforderung in die Höhe.

Auch Krankenhäuser in Deutschland betroffen

Attacken durch Ransomware ist nichts neues. Häufig werden Rechner damit infiziert. Mittlerweile kommen auch Angriffe auf deutsche Krankenhäuser an die Öffentlichkeit. Letztes Wochenende wurde ein Hacker-Angriff auf ein Klinikum in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) bekannt. Wahrscheinlich konnte auch dort ein Virus über einen Datei-Anhang in das Computersystem gelangen. Alle 200 Server des Krankenhauses wurden abgeschalten, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Der Sprecher des Klinikums, Richard Bornkeßel, bestreitet jedoch eine konkrete Lösegeldforderung.

Auch andere Krankenhäuser sind in Deutschland betroffen. So zum Beispiel das Lukaskrankenhaus in Neuss. Für die Mitarbeiter bedeutet das, wieder zu Stift und Papier zu greifen, statt Daten auf dem Computer abzurufen. Das bedeutet jedoch auch, dass teilweise wichtige Operationen abgesagt, verschoben oder auf andere Kliniken umgeleitet werden müssen. Auch in Neuss bestreitet der Krankenhaussprecher Kremer, dass es eine konkrete Lösegeldforderung gäbe. Der Stern berichtet im Gegensatz dazu von 500 Euro.

Bitcoin als Lösegeldforderung wird zunehmen

Je mehr sich in der Welt alles vernetzt, umso mehr wird es Hacker-Angriffe geben. Das Bitcoin als digitale Währung hier als Lösegeldforderung genutzt wird, ist verständlich. Kriminelle können so schwerer verfolgt werden, wenn auch nicht ganz und gar unmöglich. Häufig sind private Rechner oder kleine Firmen von Ransomware betroffen.

Die Lösegeldbeträge sind auch nicht unermesslich hoch. Für die Opfer mag das trotzdem nicht so einfach sein, dieser Forderung nachzukommen, denn schließlich müssten sie zunächst einmal Bitcoins kaufen. Das könnte auch ein Grund sein, warum Polizei und andere Sicherheitsbehörden diese Fällen gar nicht allen nachgehen kann.

Derartige Angriffe werden sicherlich zunehmen. Auch das damit zunehmend mehr Bitcoins erpresst werden ist wahrscheinlich. Um Ransomware einzusetzen benötigt es nicht mal Programmierkenntnisse. Es gibt sogar Anbieter, die diesen “Service” gegen Bezahlung anbieten. So kann jeder zum Bitcoin Erpresser werden.