Griechenland, Bitcoin und kein Ende…

Das Thema Griechenland, Schuldenkrise und „Grexit“ wird wohl die Medien noch eine Weile beschäftigen. Und in Verbindung damit wohl auch verschiedene Lösungsmöglichkeiten für das Dilemma. Viele Griechen sind verständlicherweise besorgt um ihr Geld. Da wäre doch anzunehmen, dass viele versuchen ihr Geld in Gold umzutauschen, wie so oft in Krisensituationen. Doch das Edelmetall ist nur zweite Wahl bei den Griechen. An erster Stelle steht – wie sollte es auch anders sein – Bitcoin.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses, ob Griechenland den Forderungen seiner Gläubiger nachgeben sollte oder nicht, sprang der Bitcoin Kurs von 235 € auf 245 €. War eigentlich auch nicht anders zu erwarten. Schließlich ist Bitcoin eine Währung, die genau aus dem Grunde geschaffen worden ist: unser heutiges auf Schulden basiertes Geldsystem kann nicht funktionieren. Bitcoin ist daher für viele Menschen, insbesondere jetzt für viele Griechen, zum neuen „Gold“ geworden: Eine Absicherung für Krisenzeiten wie diese. Nur dass das Kryptogeld noch einen entscheidenden Vorteil hat gegenüber Gold: Es kann als Zahlungsmittel genutzt und innerhalb weniger Minuten überall auf dem Globus übertragen werden.

Kapitalverkehrskontrollen betreffen auch PayPal und iTunes

Die griechischen Kapitalverkehrskontrollen betreffen jedoch nicht nur Überweisungen ins Ausland und begrenzte Abhebungen an Geldautomaten.
griechische Kreditkarten funktionieren wohl mittlerweile gar nicht mehr. Chip Business berichtet, dass, viele griechische Nutzer seit Tagen beklagen, dass sie auch in Dienstleistungen und Produkte im App Store von Apple und im iTunes Shop nicht mehr kaufen können. Selbst Downloads, Gratis-Apps und Updates bereits installierter Apps funktionieren nicht mehr. Anscheinend hat Apple Konten mit griechischen Kreditkarten komplett für den App Store gesperrt.

Doch es kommt noch schlimmer: Auch PayPal wurde für griechische Nutzer gesperrt. Selbst Kleinstbeträge von 1 € können nicht überwiesen werden. Der Grund ist simpel: Die Regierung will mit aller Macht verhindern, dass noch mehr Geld ins Ausland transferiert wird. Und Apple, Google, Amazon & Co. haben alle ihren Sitz im Ausland.

Paypal wies jedoch daraufhin, dass Inlandsüberweisungen durchaus möglich sind. Nur keine Transaktionen ins Ausland.

Auch Cloud-Dienste sind gesperrt

In Verbindung mit dem eben erwähnten Kontensperrungen, sind auch Cloud-Dienste wie Dropbox oder iCloud nur beschränkt oder gar nicht mehr nutzbar. Bloomberg berichtete, dass bei einigen Nutzern das Datenvolumen reduziert wurde, da sie die Abonnements nicht mehr zahlen konnten. Hier wird ein weiteres großes Risiko deutlich: Online gespeicherte Daten könnten verloren gehen, bzw. der Nutzer hat keinen Zugriff mehr auf diese.

Run der Griechen auf Bitcoin ist ungebremst

Adam Vaziri von der UK Digital Currency Association sagt: „Wenn jemand Geld ins Ausland überweisen will, und der Staat Kapitalverkehrskontrollen einführt, sind Bitcoins die einzige Möglichkeit Kapital zu bewegen“ . Genau aus dem Grund ist der Ansturm der Griechen auf Bitcoin ungebrochen. Thanos Marinos, Gründer des Online Bitcoin Handelsplatzes BTCGreece, äußerte sich dazu: „Die Zahl unserer Neukunden ist binnen einer Woche um rund 500 Prozent gestiegen“. Auch wenn die viele Bitcoin Börsen keine konkreten Zahlen nennen wollen, so bestätigen sie doch, dass Anfragen aus Griechenland deutlich zugenommen haben.

Oliver Flaskämper, Geschäftsführer von Bitcoin.de äußerte sich ebenfalls: „Zeitweise haben sich bei uns zehnmal so viele Leute aus Griechenland registriert wie vorher, und der Bitcoin-Umsatz griechischer Kunden hat sich ungefähr verdreifacht“.

Bitstamp, der weltweit größte Handelsplatz der Kryptowährung, verzeichnete eine Steigerung von 350 Prozent der Neuregistrierungen aus Griechenland.

Die deutlichen Kurssteigerungen der vergangenen Tage, sind jedoch nicht direkt mit der erhöhten Nachfrage aus Griechenland zu rechtfertigen. Der griechische Markt ist dafür einfach zu klein, als das er den Bitcoin Kurs in einem derartigen Umfang beeinflussen könnte. Vielmehr sind es Spekulanten und andere psychologische Faktoren, die Kurs so ansteigen lassen. Außerdem steigt generell die Anzahl der Bitcoin Transaktionen weltweit. Anfang 2015 gab es noch 80.000 bis 90.000 Transaktionen pro Tag. Heute sind es durchschnittlich bereits 130.000 – 140.000.

Die Nachteile von Bitcoin im griechischen Alltag

Bereits im letzten Artikel haben wir auf die Schwierigkeiten hingewiesen, Bitcoin im Alltag einzusetzen. Nicht nur, dass es in Griechenland nur einen einzigen Bitcoin Geldautomaten gibt, sondern im ganzen Land akzeptieren gerade mal 34 Geschäfte und Unternehmen Bitcoin. Das ist sehr mager. Zum Vergleich: Allein in Hannover gibt es dagegen 35 Annahmestellen. Quelle: bitcoinmaps.info

Außerdem ist es gar nicht so einfach, momentan an Bitcoins zu gelangen. Schließlich sind keine Überweisungen ins Ausland möglich., denkbar ist nur die griechische Bitcoin Börse BTCGreece. Für die meisten Griechen ist daher der Umtausch von Euro in Bitcoin nur eine Möglichkeit, ihr Erspartes vor einer Abwertung zu sichern, falls die Drachme wieder eingeführt wird. Andere Alternativen wären beispielsweise Gold oder US-Dollar.

Was gab es noch Neues: Geld mit E-Mails versenden

Vergangene Woche hat BitWala einen neuen Service eingeführt: EmailPay. Damit ist es nun möglich, Bitcoin schnell und sicher per E-Mail zu versenden. Das Schöne dabei ist: der Absender zahlt Bitcoin, der Empfänger erhält Euro.

BitWala ist ein Service der Firma Bitcoins Berlin. Mit dem neuen EmailPay können ganz einfach Rechnungen beglichen werden. Man loggt sich in sein BitWala Account ein und gibt den Betrag und die Empfänger E-Mailadresse ein. BitWala fragt daraufhin per Mail, ob der Empfänger das Geld lieber in Bitcoin oder Euro ausbezahlt haben will. Entscheidet er such für Euro, muss er lediglich seine IBAN angeben und erhält den Betrag. Ganz praktisch ist der Service, wenn man die Bankdaten von jemand anderem nicht hat oder es sehr eilig hat. Denn wer hat schon seine eigene IBAN im Kopf beziehungsweise immer Pin/TAN dabei? Eine E-Mailadresse lässt sich dagegen viel leichter merken.