Finanzindustrie begehrt Bitcoin-Technologie

Die Blockchain – die Technologie hinter der Kryptowährung Bitcoin – wurde von Menschen mit anarchistischem Gedankengut entwickelt, die damit das Ende der Banken und zentralisierten Finanzdienstleister herbeiführen wollten.

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Heute, rund 6 Jahre später, hat sich das Blatt gewendet. Großbanken und Vertreter der Finanzbranche sind mittlerweile begeistert über die Technologie und spekulieren, wie sie die Technik in ihr IT-System einbinden können.

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Wie auf der Online Nachrichtenseite heise.de zu lesen ist, äußert sich Andrei Martchouk vom Schweizer Krypto Startup Yacuna sehr euphorisch: „Gegenreaktionen gab es, aber die sind Vergangenheit. Die wichtigen Player der Bankbranche springen jetzt auf den Zug auf und schauen sich die Blockchain an. Die Blockchain ist das Internet fürs Geld. Ab jetzt können wir Geld wie Daten behandeln, das ist das unfassbar neue, was gerade passiert.“

Blockchain ist der eigentliche Geniestreich

Satoshi Nakamato gilt als der Erfinder der Blockchain-Technologie. Die Digitalwährung Bitcoin ist nur eine der denkbaren Anwendungen, die sich daraus ergeben. Dieselbe Grundlage nutzen auch andere Kryptowährungen wie Dogecoin oder Litecoin. Wie die Technologie hinter Bitcoin funktioniert, haben wir bereits früher in einem Video gezeigt.

Die Idee dahinter ist, dass sich nicht nur Bitcoin-Transaktionen protokollieren lassen, sondern auch die von klassischen Währungen, Besitzansprüche auf Güter oder sogar Identitäten.

Banken sind hellhörig geworden. Auch die Europäische Zentralbank und die Deutsche Bundesbank beschäftigen sich seit einiger Zeit intensiver mit der Blockchain Technologie. Allerdings besteht von offizieller Seite immer noch eine gewisse Skepsis. Mitte Mai empfahl überraschend der europäische Bankenverband EBA, sich genauer mit der Blockchain zu befassen. Schließlich könnten so Transaktionen schneller und billiger werden.

Banken Technologie noch aus der Steinzeit

Das Wallstreet Online Magazin beschreibt in einem Artikel den derzeitigen technologischen Stand der Banken als steinzeitlich. Sie hätten die aktuelle digitale Revolution verschlafen. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Online Zahlungsdienstleistern wie Paypal, Google Pay, Apple Pay usw. Das Internet wird für den internationalen Zahlungsverkehr immer wichtiger. Bitcoin gehört mittlerweile zu den offiziell regulierten Währungen. Bisher machten Banken einen großen Bogen, wenn es um Zahlungsmittel der Zukunft ging, doch das könnte sich nun ändern. Oder, muss sich sogar ändern, schließlich ist das bisherige Settlement System nicht mehr zeitgemäß.

Banken wollen mitmischen

Mehrere Großbanken wollen jetzt auch mit der Blockchain experimentieren. So ist beispielsweise bekannt, dass das Schweizer Finanzinstitut UBS eine eigene Forschungsabteilung zu dem Thema angekündigt hat. Aktuell wird wohl eine Art virtueller Anleihe erprobt, mit der automatisierte Zinszahlungen möglich sind. Jetzt will auch Europas größtes Bankhaus Santander in das Geschäft mit Bitcoin einsteigen. Und die britische Großbank Barclays hat ein Startup Unternehmen mit der Forschung beauftragt. Die amerikanische Börse NASDAQ will ebenfalls Tests mit der Blockchain durchführen. Außerdem sind auch 2 australische Großbanken im Geschäft und die deutsche Fidor Bank, beschäftigt sich bereits seit 2014 damit.

Dabei geht es jedoch, genau wie bei den anderen Banken, nicht um die Währung an sich, sondern um die Bitcoin-Software. Doch ein solches System ist für die Banken absolutes Neuland. Gerade weil die derzeitigen Standards zu langsam, zu alt und zu teuer sind, wagen einige Banken den Sprung nach vorn. Die Experten der Santander Bank haben laut Aussagen von „Business Insider“ 20 bis 25 Bereiche ausgemacht, wo sie die Blockchain Technologie einsetzen wollen und dabei nicht nur den Zahlungsverkehr. Darüber hinaus könnten sich die Banker auch vorstellen, das System im Kreditmanagement, Konsortialkredite und in der Handelsfinanzierung einzusetzen. Durch den Einsatz dieser Technologie könnten jährlich Kosten von bis zu 20 Milliarden US-Dollar eingespart werden. Kein Wunder, dass die Geldhäuser sich nun intensiver mit dem Gedanken anfreunden.

Und je mehr Banken mitmachen, desto lukrativer wird das Geschäft für alle Beteiligten. Santander vergleicht das mit einem Mobilfunknetz. So lange man der Einzige ist, der ein Mobilfunkgerät besitzt, kann man niemanden anrufen. Je mehr aber mitmachen, umso mehr lohnt sich das.

Die Großbanken wollen vermutlich mit die Ersten sein, wenn die Blockchain Technologie das traditionelle Bankensystem revolutioniert, um anschließend die Marktvorherrschaft zu übernehmen.

Andrei Martchouk, der bereits zitiert wurde, war vor einigen Wochen auf einer Bankenkonferenz in Zürich, mit mehreren hundert Teilnehmern. In jedem zweiten Vortrag sei das Wort „Blockchain“ gefallen. „Die wissen mittlerweile, wo die Reise hingeht.“