Die Zukunft des Zahlungsverkehrs: Das Comeback des Bitcoins

Vor gut über einem Jahr meldete die japanische Bitcoin Börse Mt. Gox Insolvenz an. Der Chef der Börse, Mark Karpeles, verschwand spurlos. Bis heute ist das Vertrauen in die Digitalwährung Bitcoin gebrochen. Ende Dezember 2013, war 1 Bitcoin über 1.100 US-Dollar wert. Heute sind es knapp 260 US-Dollar – 80 Prozent weniger. Auch werden dieses Jahr, laut Branchen-Experten, wohl weniger als die Hälfte an Bitcoins gehandelt, wie noch vergangenes Jahr. Allerdings schätzen dieselben Experten, dass sich die Zahl der aktiven Bitcoin-Nutzer in den nächsten 4 Jahren vervierfachen wird, auf ungefähr 4,7 Millionen. Das sind ermutigende Signale für die durch Skandale gebeutelte Internetwährung.

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Das größte Problem: Die Sicherheit der Börsen

Aus dem Fall „MT. Gox“ wurde recht schnell klar, wo das größte Problem liegt: die Sicherheit der einzelnen Handelsplattformen. Da Bitcoins, im Gegensatz zu einer „normalen“ Währung, eine digitale Währung sind, sind sie auch permanenten Hackerangriffen ausgesetzt. Nicht nur Mt. Gox war Ziel von Hackern, auch andere Plattformen wie Flexcoin und Bitstamp. So wurden auch dort im vergangenen Jahr mehrere Tausende Bitcoins gestohlen.

Bitcoins sind für den Online Zahlungsverkehr sehr attraktiv. Das liegt zum Einen daran, dass für Transaktionen mit der Digitalwährung kaum Kosten anfallen. Zum Vergleich: Für eine Überweisung von Deutschland in die USA werden im Durchschnitt Kosten in Höhe von 2 Prozent des Umsatzes, mindestens jedoch 20,- Euro fällig. Auch Zahlungsanbieter wie Paypal verlangen für ihre Dienste saftige Gebühren. Bitcoins sind eine internationale Währung, daher fallen für sie auch keine grenzüberschreitenden Kosten an.

Doch genau aus den Gründen ist die Internetwährung auch für Kriminelle eine attraktive Währung. Zumal sie keinerlei staatlicher Überwachung ausgesetzt ist. Die Online-Währung müsste raus aus der „Schmuddelecke“, um auch in der breiten Bevölkerung massentauglich zu werden.

Daher setzen Handelsplattformen mittlerweile alles daran, ihre Transaktionen und auch die Aufbewahrung von Bitcoins sicherer zu machen. Viele tun dies beispielsweise, indem die Kryptowährung nicht mehr online auf einem allgemein zugänglichen Server gespeichert wird, sondern offline – und damit außer Reichweite von Hackern.

Immer mehr Firmen akzeptieren Bitcoins

Es deutet vieles darauf hin, dass die Internet-Währung trotz allem zu einer festen Größe im Online-Geldverkehr wird. Konzerne wie Microsoft, Dell, der Time-Verlag oder Expedia akzeptieren Bitcoins bereits als Zahlungsmittel. Die Technologie-Beratungsfirma Juniper Research geht trotzdem nicht davon aus, dass sich die Online-Währung in den nächsten Jahren zum Massenprodukt entwickeln wird. Die Analysten sind der Ansicht, dass die Währung in nächster Zeit weiterhin ein Nischenprodukt bleiben wird. Einen weiteren Grund sieht das Beratungsunternehmen auch darin, dass der Handel mit der Währung noch zu komplex ist, als dass es die „breite Masse“ verstehen würde. Würde man jedoch auch an diesem Punkt weiter Fortschritte machen, würde das die Kryptowährung immer „salonfähiger“ machen.

Ebay und PayPal testen Bitcoins

Allerdings könnte eine große Testphase des Onlineauktionshauses Ebay für neuen Aufwind sorgen. Ebay testet über die Tochterfirma Braintree die Einführung von Bitcoins. Laut Insidern laufen bereits die ersten Verhandlungen mit Firmen aus der Branche. Beispielsweise ist das Unternehmen in sehr engem Kontakt mit der Online Börse Coinbase.

Coinbase ist die inzwischen erste Bitcoin Börse, die eine staatliche Zulassung in den USA erhalten hat. Dies könnte dazu führen, dass die extremen Kursschwankungen der letzten Jahre der Vergangenheit angehören. Coinbase arbeitet schon heute mit Großkonzernen wie Expedia und Dell zusammen. Die Kooperation mit Ebay wird aller Wahrscheinlichkeit noch mehr Firmen dazu veranlassen, Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel zu akzeptieren.
Mehr als 75 Millionen US-Dollar wurden bereits von Banken und der New Yorker Börse in das Startup Unternehmen investiert. Die Finanzindustrie glaubt also offensichtlich an den Erfolg des Online-Geldes.

Daher ist es gut möglich, dass auch Ebay und PayPal in Zukunft Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren. Bereits 2011 äußerte Ebay-Chef Donahoe gegenüber der Financial Times: „Digitalwährungen werden sich zu einer sehr mächtigen Sache entwickeln.“ Deswegen prüfe man derzeit, ob das Spektrum der akzeptierten Zahlungsmittel erweitert werden kann, unter anderem auch mit Bitcoins.
Braintree wurde von Ebay 2013 gekauft und wird als Sparte der Zahlungseinheit PayPal geführt. Braintree wickelt schon heute Zahlungen für Trendfirmen wie Airbnb, Uber oder auch den Restaurant-Reservierer OpenTable ab. Also alles zukunftsträchtige Unternehmen im Online Geschäft. Womöglich werden nach Ebay auch noch weitere Firmen nachziehen und Bitcoins ebenfalls als Zahlungsmittel einführen.

Edeka akzeptiert Bitcoins – stimmt das?

Seit April 2015 können Kunden auf der Online Plattform des Lebensmittelkonzerns Edeka mit Bitcoins zahlen. So gut wie alles, was es im Edeka-Laden um die Ecke kaufen kann, gibt es auch in dessen Online Shop. Nutzer der Online Plattform können über Shopify und BitPay nun auch in Bitcoin zahlen. Bis 30 Kilogramm fallen Versandkosten in Höhe von 3,90 Euro an, ab 100 Kilogramm ist der Versand gratis.

Diese Nachricht ging zu mindestens die letzten Tage durchs Internet. Schön wär's für die Digitalwährung gewesen. Doch bei genauerem Hinschauen entpuppt sich die Nachricht sehr wahrscheinlich als Falschmeldung.

Warum eine Falschmeldung?

Zunächst muss man festhalten, dass es sich bei der Online Plattform www.edeka-lebensmittel.de – um die es ging – nicht um das Unternehmen Edeka handelt, sondern um einen Einzelhändler aus Hamburg, der auf selbstständiger Basis für Edeka arbeitet. Man könnte das mit einem Franchisenehmer vergleichen, auch wenn diese Bezeichnung nicht ganz treffend ist. Sicher, der Einzelhändler liefert europaweit Edeka-Produkte aus, aber es ist eben nicht der Großkonzern Edeka.

Das ist natürlich nicht weiter tragisch, wäre es doch ein weiterer Schritt für die Online-Währung gewesen. Allerdings war zwar die Möglichkeit kurzzeitig gegeben, mit Bitcoins zu zahlen, so sah man zu mindestens einige Screenshots. Doch im Verlaufe des 2. Aprils entpuppte sich diese Meldung als falsch. Ein Aprilscherz? Sehr wahrscheinlich. Ein Herausgeber der Nachricht, hat dies auch bestätigt.
Fest steht, dass es derzeit nicht möglich ist, bei Edeka Einkäufe mit Bitcoins zu zahlen. Vielleicht ist dies aber eine Anregung für Händler, sich mit diesem Thema näher auseinander zu setzen, schließlich gibt es eine ganze Reihe von Käufern, die gern mit ihren Bitcoins zahlen wollen.

Gibt es Alternativen?

Auch wenn es jetzt noch nicht ohne Weiteres möglich ist, seinen gesamten Lebensunterhalt mit Bitcoins zu bestreiten, gibt es bereits jetzt schon Möglichkeiten, auch online Nahrungsmittel direkt mit Bitcoins zu zahlen. Als Beispiel wäre hier www.lieferservice.de zu nennen. Dort kann man auch ganz offiziell mit Bitcoins zahlen – kein Aprilscherz, versprochen.