Chinas Börsen crashen – Bitcoinkurs explodiert

Ungefähr 30 % verlor Chinas Leitindex Shanghai Composite in den letzten 4 Wochen – 3 Billionen Euro einfach so vernichtet. Zugegeben, die 3 Billionen Euro sind „nur“ auf dem Papier. Doch es zeigt die gewaltigen Ausmaße, die ein Börsenbeben im Land der Mitte auslösen kann. 3,5 Billionen Euro. Global gesehen haben nur 4 Länder ein BIP, das größer als 3 Billionen Euro ist: USA, China, Deutschland und Japan. Dagegen sind Griechenlands Schulden ein Lacher.
Auf der anderen Seite muss man natürlich auch festhalten, dass der chinesische Leitindex in der Zeit zuvor um 150% angestiegen ist. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Blase platzen würde.

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Shanghai Composite Kurs

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Und der Bitcoin Kurs? Der sprang im selben Augenblick über 30 % an. Offensichtlich sind nun auch einige chinesische Trader und Anleger wieder dazu übergegangen, mehr in Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu investieren. Doch ist das der Grund für den rasanten Anstieg? Wohl kaum. Das Handelsvolumen an chinesischen Bitcoin Börsen ist naturgemäß gering – im Vergleich zum weltweiten Handelsvolumen.

Bitcoin Euro Kurs

Chinesen denken anders

Außerdem sind chinesische Händler auch in andere Kryptowährungen eingestiegen. In derselben Zeit, schoss zum Beispiel der Litecoin Kurs um 400 % nach oben. Nur um kurz darauf auch wieder abverkauft zu werden. Das dieser Anstieg etwas mit dem Crash an Chinas Börsen zu tun hat, ist dabei schon eher wahrscheinlich. Kryptowährungen sind seit jeher ein beliebtes Spekulationsobjekt der Chinesen. In einigen Bitcoin Foren ist auch die Rede davon, dass diverse Schneeballsysteme den Litecoin Kurs derart nach oben katapultiert haben sollen. Am 09. Juli 2015 übertraf das Handelsvolumen von Litecoin erstmalig in der Geschichte das von Bitcoin.

Doch hier muss eines festgehalten werden: Die Motivation zum Kauf von Bitcoin und Mentalität der Chinesen ist eine grundlegend andere. In der westlichen Welt sehen viele Befürworter von Bitcoin & Co. die Idee der Freiheit und Unabhängigkeit. Für sie ist es ein grundlegendes Bedürfnis, die Finanzwelt von heute zu dezentralisieren.
In Fernost hingegen, spielt dieser Gedanke so gut wie gar keine Rolle. Die meisten Chinesen sehen keine Notwendigkeit, das Finanzsystem zu dezentralisieren. Für sie ist eine Zentralisation von Macht – wie es in China der Fall ist – positiv. Außerdem wird tatsächlich die chinesische Welt nicht von einem Bankensystem beherrscht, sondern die Politik beherrscht die Banken. Wenn also Rufe nach Reformen oder dergleichen laut werden, dass meinen sie damit, dass die eigene zentralistische Regierung verbessert oder reformiert werden muss, aber nicht das System an sich. In China streben viele nach Reichtum und Geld. Für viele ist materieller Besitz das höchste Gut und Glück auf Erden. Und das ist auch der Grund für Spekulationen in Bitcoin. Es geht nicht darum, dass man damit etwas kaufen kann. Es geht darum, Gewinne zu machen und reich zu werden. Das ist der ausschließliche Grund. Die vereinzelten Enthusiasten und Befürworter von Dezentralisation kann man außer Acht lassen.

Sicher, auch in Europa und anderen westlichen Ländern spielt der Gedanke des Vermögenszuwachses eine entscheidende Rolle. Wenn jemand wüsste, dass er mit einer Investition in Bitcoin sein Geld verliert, würde keiner investieren – liberale Gedanken hin oder her. Doch dieser Sinn für das Geld verdienen mit Bitcoin ist in China wesentlich ausgeprägter als hierzulande. Zum Beispiel machen sich auch viele westeuropäische Unternehmen Gedanken über Bitcoin als Zahlungsmittel – in China interessiert das so gut wie niemanden. Keiner möchte sie als als solches benutzen.

Leider bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass oft Kriminelle mit der Gier anderer Menschen spielen. Die Folge daraus, ist ein schlechtes Image für Bitcoin und andere Kryptowährungen, ähnlich wie nach der MyCoin Pleite in Hongkong im Februar 2015.

Bitcoin als ETN an Deutschlands Börsen notiert

Seit Dienstag dem 07. Juli 2015 ist es auch möglich, Bitcoin über alle gängigen Online Broker in Form eines ETN zu handeln. Tradegate hat den Exchange Trading Note unter dem Namen „XBT Provider AB“ (Wertpapierkennnummer: A18KCN) gelistet.
Trader und Anleger können also nun auf den Bitcoin Kurs spekulieren, ohne jedoch selbst Bitcoins besitzen zu müssen – und das zu den üblichen Brokergebühren. Emittent ist ein schwedisches Unternehmen mit Namen XBT Provider. Rechtlich gesehen, ist es ein ETN, das bedeutet eine Art Inhaberschuldverschreibung. Anleger müssen sich daher bewusst sein, dass im Falle einer Insolvenz des Emittenten (in dem Falle XBT Provider), das Kapital mit in die Insolvenzmasse fließt. Im Gegensatz zu einem Fonds oder ETF, bei dem das Geld der Anleger als Sondervermögen betrachtet wird und vor dem Zugriff möglicher Gläubiger geschützt wird.
XTB Provider verspricht jedoch, dass der ETN stets „gedeckt“ ist. Das bedeutet, dass immer so viele Bitcoins hinterlegt werden, wie viele auch über das Wertpapier repräsentiert werden. In der Praxis bedeutet das: Wächst das Vermögen des ETN, dann kauft der Emittent damit Bitcoins, schrumpft es, verkauft er die Digitalwährung.
Interessant dürfte noch der Hintergrund zur Preisbildung sein. Jede Bitcoin Börse legt ja doch einen etwas anderen Kurs zugrunde. XTB bildet dabei den Durchschnittspreis der USD/BTC Preise von Bitstamp, OKCoin und Bitfinex. Der Gegenwert wird anschließend in Euro umgerechnet. Welchen Sinn hat solch ein Wertpapier? Kurz zusammengefasst:

Vorteile

  1. Kein direkter Kauf von Bitcoin notwendig
  2. Keine Registrierung bei einem Wallet-Anbieter
  3. Kein Bitcoin Börsen Risiko
  4. Keine Auseinandersetzung mit technischen Details
  5. Fonds müssen häufig auf solche regulierten Wertpapiere zurückgreifen

 

Nachteile

  1. Bei Insolvenz des Emittenten kein Sondervermögen
  2. Gebühren des eigenen Brokers
  3. “Umweg“ kostet 2,5% p.a. ETN Gebühr

 

Außerdem sollten Anleger auch bedenken, dass neben dem Kursrisiko von Bitcoin ein Devisenrisiko des Währungspaares EUR/USD hinzukommt. Schließlich wird der Durchschnittspreis in USD gebildet und anschließend nochmals in EUR umgerechnet. Doch damit können nun auch institutionelle Anleger und größere Publikumsfonds auf den Bitcoin Preis spekulieren. Ob das Geschäftsmodell Zukunft hat, darüber lässt sich momentan ebenfalls nur spekulieren…