Bitcoin attraktiver als Wall Street

Vergangene Woche konnte man in diversen Zeitungen und Wirtschaftsjournalen lesen, dass Bitcoin für viele “fähige Köpfe” attraktiver ist, als die Wall Street – nachzulesen beispielsweise im Handelsblatt. Ein Einzelfall? Nicht unbedingt. Die Kryptowährung Bitcoin wächst und wächst. Immer mehr Unternehmen, vor allem aus dem Finanzsektor, beschäftigen sich mit der digitalen Währung. Kein Wunder also, dass auch immer mehr Top-Leute aus dem Finanz- und IT-Bereich in die Bitcoinbranche wechseln.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Doch nicht immer wechseln diese hochdotierten Manager direkt zu Bitcoin Unternehmen. Auch Konzerne wie Amazon, Intel oder Société Générale suchen Experten für die Kryptowährung und wollen ihre eigene “Krypto-Abteilung” aufbauen. Natürlich geht es den “großen” Firmen eher um die Technologie, die hinter der Online Währung steht, als direkt um den Handel mit Bitcoin. Doch es zeigt, welche Anstrengungen derzeit in der Branche gemacht werden, um hier mitzumischen.

Warum wird gewechselt?

Jaron Lukasiewicz, Gründer der Bitcoin Börse Coinsetter, sagt dazu: „Viele Leute kommen in die Bitcoin Welt, weil sie inzwischen so groß geworden ist, dass man sie nur schwer ignorieren kann.” Auch die Investitionen der Unternehmen in die Kryptotechnologie steigen erheblich. 2015 werden die Investionen wahrscheinlich doppelt so hoch liegen, wie 2014. Über 800 Bitcoin Startup’s suchen derzeit nach Kapitalgebern und Investoren. Auch hier verdoppelte sich die Zahl. Große Unternehmen und Konzerne haben derzeit über 300 offene Stellen, die sie gern mit Bitcoin Experten besetzen wollen.

Paul Chou ist ein Beispiel. Der 31-jährige war zuvor Händler bei Goldman Sachs. Später kündigte er seinen Posten und gründete eine Abwicklungsplattform für Bitcoingeschäfte: Ledger X. Seine Motive? „Ich habe sehr große Gehaltseinbußen in Kauf genommen als Gegenzug für Anteile an einem Unternehmen, die irgendwann viel Geld wert sein können.”

Rick Henri Chan war ebenfalls bei einer Großbank beschäftigt. Bei der Deutschen Bank verdiente er Millionen, bis diese ihre Manager Boni kürzte. Er suchte nach einer Alternative und fand sie mit Bitcoin. Auch bei ihm ist Geld das Motiv: „Wir machen hier bei Airbitz etwas Besonderes. Und ich glaube, dass unsere Firma irgendwann viel mehr wert sein wird.”

Also Geld und Gewinne – das klassische Motiv – drängen viele Top-Leute in die Bitcoin Branche. Natürlich birgt dieser Wechsel auch Risiken mit sich. Doch ohne Risiko keine Gewinne.

Bitcoin Firmen verlassen New York

Davon abgesehen, dass Top-Manager die Wall Street – und damit New York – verlassen, um in der Bitcoin Branche Fuß zu fassen, flüchten auch Bitcoin Unternehmen aus der Stadt.

Grund ist die kürzlich eingeführte Bitlicence. Diese Lizenz dient dazu, die Währung zu regulieren beziehungsweise Unternehmen, die an der New Yorker Börse Bitcoin handeln wollen. Und normalerweise sollen durch diese Regulierung verlässliche und sinnvolle Standards eingeführt werden, sodass jedes Unternehmen nach vorgegebenen Regeln handeln kann.
Allerdings ist das Reglement derart hart und überzogen, dass viele Unternehmen aus der Branche sich vom Standort New York zurückziehen müssen, wenn sie weiterhin die Online Währung handeln wollen.
Sie müssen ein sehr hohes Eigenkapital nachweisen und umfangreiche Angaben zu Mitarbeitern und Kunden machen, teilweise müssen die Fingerabdrücke von Mitarbeitern hinterlegt werden. Das geht verständlicherweise vielen Firmen zu weit. Localbitcoins, Kraken, Bitquick und GoCoin haben bereits die Metropole verlassen – um nur einige zu nennen. Nicht jede dieser Firmen verlassen New York buchstäblich, es geht vielmehr darum, dass an der New Yorker Börse eben kein Bitcoin Handel durchgeführt wird beziehungsweise auch Kunden aus dieser Stadt nicht über deren Plattform handeln dürfen. Dabei spielt es keine Rolle, wo genau das Unternehmen seinen Sitz hat. Sobald es sich in New York am Bitcoin Handel beteiligt, müssen die Regeln erfüllt werden.

Coinbase und Bitstamp beispielsweise gehen dagegen einen anderen Weg. Sie beantragen die Bitlicence.

Die Auflagen lauten unter anderem:

  1. Registrierung bei der US-Finanzaufsicht FinCEN
  2. Ausfüllen diverser Geldwäsche- und Compliance-Anträge und mehrer hundert Seiten Formulare
  3. Zahlung von 5.000 US-Dollar Aufnahmegebühr
  4. Fingerabdrücke aller Angestellten
  5. Hinterlegung eines Sicherheitsbetrags – muss verhandelt werden

 

All die umfangreichen Erfordernisse kosten nicht nur Zeit, sonder vor allem auch viel Geld. Die 5.000 US-Dollar Aufnahmegebühr sind da noch das geringste Übel. Anwälte, Berater und Experten müssen zu Rate gezogen und schließlich bezahlt werden. Was viele Bitcoin Firmen außerdem ein Dorn im Auge ist, ist die regelrechte Überwachung ihrer Kundschaft. Detailliert müssen alle Schritte und Handlungen dokumentiert werden. Unternehmen, die einer Branche tätig sind, wo individuelle Freiheit und finanzielle Privatsphäre hohe Maxime sind, lassen sich so etwas nicht lange bieten. Der jetzige Schritt stellt damit auch die New Yorker vor eine Herausforderung. Für sie reduziert sich die Möglichkeit Bitcoin zu handeln drastisch.