Bitcoin Technologie revolutioniert Finanzindustrie

Die Finanzindustrie ist schon länger sehr stark an der Bitcoin Technologie interessiert. Die Blockchain – das ist die Technologie hinter der Kryptowährung – soll die Finanzindustrie revolutionieren. Viele Milliarden Euro könnten durch den Einsatz dieser Technik gespart werden. Warum? Die Blockchain sorgt dafür, dass Überweisungen und andere Transaktionen nicht nur schneller sondern viel effektiver gestaltet werden können – und das birgt ein enormes Einsparpotential.

Rhomaios Ram, ein Manager der Deutschen Bank, äußert sich dazu: „Die Blockchain wird in 10 Jahren allgegenwärtig sein“. Das ist zwar aus heutiger Sicht eine gewagte Behauptung, doch keinesfalls unrealistisch.

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
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Bedarf ist groß

Der Bedarf, die Infrastruktur der Finanzindustrie zu verbessern, oder besser gesagt zu revolutionieren, ist sehr groß. Richard Olsen, Zürcher Finanzunternehmer, sagt dazu: „Das ist wie ein Blutkreislauf, der verstopft ist.“ Wie kann man das verstehen? Werden Überweisungen nicht schon längst elektronisch übermittelt?

Überweisungs-Technologie noch im Mittelalter

Es stimmt, dass Überweisungen an sich schon längst elektronisch abgewickelt werden, doch die Prozesse dahinter, sind noch aus dem Mittelalter der Technologie. Ein österreichisches Magazin drückte sich auch so aus: „sie durchlaufen noch die alten Verarbeitungsschritte des Papier- und Post-Zeitalters.“

Eine E-Mail kommt innerhalb weniger Minuten zum Empfänger, ganz egal wo auf der Welt er sich befindet. Auch ein Film aus Übersee kann innerhalb weniger Minuten heruntergeladen werden. Nachrichten werden in Sekunden global verbreitet. Doch eine Überweisung? Die dauert von den USA nach Europa einige Tage.

Viele Transaktionen werden gebündelt und ein- oder zweimal am Tag dann über viele Stationen auf eine Reise geschickt. Das liegt am so genannten Clearing-System zwischen den Banken.

Blockchain kann schon heute Überweisungen in Minuten abwickeln

Die Banken haben also durchaus ein Interesse daran, die bisherigen verkrusteten Strukturen aufzubrechen, schließlich könnten sie dadurch Milliarden von Euro einsparen. Dank der Blockchain können schon heute Geldtransaktionen innerhalb weniger Minuten den Besitzer wechseln. Da die Daten auch auf mehreren Computern innerhalb des Netzwerkes gespeichert werden, ist eine Manipulation schier unmöglich.

Bis dato wird die Blockchain beispielsweise für Bitcoin Transaktionen eingesetzt. Hier zeigt sich sehr deutlich, das enorme Potential. Es gibt keine Feiertage, Wochenenden oder Zeiten, an denen das nicht möglich ist. Eine Überweisung, beispielsweise weil jemand Bitcoins kaufen will, dauert immer nur wenige Minuten, in seltenen Fällen mehr als eine Stunde (wenn das Netzwerk gerade sehr beansprucht wird).

Doch die Blockchain macht eines überflüssig: Banken. Geld kann ohne Bank von einem Nutzer zum anderen transferiert werden.

Banken haben großes Interesse an Blockchain

Auch Banken benötigen heute noch andere Banken wenn sie Geld überweisen wollen. Das wird durch die Blockchain Technologie überflüssig. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich 15 bis 18 Milliarden Euro eingespart werden können.

Nicht nur Geldtransaktionen können durch die Blockchain einfacher gestaltet werden, sondern auch der Übertrag von Wertpapieren. Auch die Emission und Abwicklung von Börsengeschäften läuft mittels Blockchain Technologie wesentlich effektiver. Kein Wunder also, dass bereits heute viele Kreditinstitute mit der Technologie experimentieren und testen.

Bereits erste Tests abgeschlossen

Erste internen Tests sind längs abgeschlossen. Der bereits zitierte Manager der Deutschen Bank bestätigte, dass das Geldinstitut bereits mit dieser Technologie intern Unternehmensanleihen platziert habe – mit Erfolg! Allerdings räumt er ein: „Technisch funktioniert das, aber einige regulatorische und rechtliche Fragen sind immer noch offen.“ Zum Beispiel auch, wer für Fehler verantwortlich ist. Der Computer? Von einer Einführung in den Markt ist die Bank allerdings noch weit entfernt. Es handelt sich bis jetzt lediglich um interne „Experimente“.

Der Zürcher Finanzunternehmer Olsen ist da schon einen Schritt weiter. Er hatte bereits erfolgreich den Devisenbroker Oanda aufgebaut. Jetzt tüftelt er an einer weiteren Wertpapier-Handelsplattform namens Lykke. „Wir wollen im zweiten Quartal 2016 mit einer Devisenhandelsplattform loslegen und dann schrittweise in den Geldmarkt und dann in Aktien expandieren … Wir haben auch Kontakte mit Banken. Einige sind sehr interessiert mitzumachen.“

Auch Börsen sind an Blockchain interessiert

Wie bereits erwähnt kann auch die Abwicklung von Börsengeschäften beschleunigt und kostengünstiger gestaltet werden. Ein Experte äußerte sich dazu:

„Die Blockchain-Technologie wird Markt-Infrastruktur-Anbieter aber nicht obsolet machen … Auf absehbare Zeit könne die Blockchain nur in Segmenten eingesetzt werden, wo das Volumen gering und die Geschwindigkeit zweitrangig sei … Ich gehe davon aus, dass weniger effiziente Bereiche der Finanzmärkte wie der Rohstoff-Handel den Schritt zuerst machen und den Beweis liefern, dass das wirklich funktioniert.“

Später, wenn die Technologie noch weiter ausgereift ist, könnte dann auch der Aktien- und Devisenhandel mit Hilfe der Blockchain abgewickelt werden. In den nächsten 3 bis 5 Jahren wird das sicherlich noch nicht globale Realität werden. In 10 Jahren hingegen sieht die Sache schon wieder ganz anders aus…