Bitcoin vor Zerreißprobe – droht die Spaltung?

Das Netzwerk der digitalen Währung Bitcoin steht vor der Spaltung. Es findet ein interner Machtkampf statt und der Kurs der Währung gibt deutlich nach. Derzeit prüfen Exponenten die Möglichkeit, gegen die Programmierer Sammelklagen einzureichen. Zwar hört man immer wieder auch negative Schlagzeilen, wie das nur Kriminelle Bitcoin nutzen, doch das was hier passiert, ist die härteste Probe in der sechsjährigen Geschichte der Kryptowährung, die deswegen auch umgehend an Vertrauen verliert.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
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Hintergrund der Streitigkeiten

Die Programmierer der Software sind sich nicht einig über die Richtung, in die der Bitcoin steuert. Für die Währung, mit einer Marktkapitalisierung von etwa vier Milliarden Dollar, geht es um Alles oder Nichts.

Zu dem Richtungsstreit kam es wegen der Leistungsfähigkeit des Netzwerks. Aktuell lassen sich im Maximum sieben Transaktionen in einer Sekunde verarbeiten. Noch reicht das, aber wenn der Bitcoin noch mehr an Popularität gewinnt, wird es enge. Deswegen strebt eine Partei der Programmierer an, die Leistungsfähigkeit des Netzwerks spätestens Anfang 2016 zu steigern. Selbst der Bitcoin-Gründer, Satoshi Nakamoto hat sich jetzt in die laufende Diskussion eingeschaltet.

Unmittelbare Folge des Streits waren sinkende Kurse der digitalen Währung. An den Bitcoin Börsen kostet eine Einheit aktuell weniger als 260 Dollar, während es davor noch etwa 265 Dollar waren. Öffentlich gemacht wurde die Abspaltung durch den leitenden Forscher der Bitcoin Foundation Gavin Andresen und den Programmierer Mike Hearn. Neuer Name für die entwickelte Software soll Bitcoin XT sein. Auf der Internetplattform Medium.com haben beide den Sinn der Abspaltung erläutert. Mit der Trennung ist die Beseitigung aller Hindernisse auf dem Weg zu einer digitalen Massenwährung möglich.

Größere Blocks ermöglichen mehr Transaktionen

Die neu entwickelte Software basiert auf dem Bitcoin-Protokoll. Nur eine kleine Änderung war nötig, um sie kompatibel zur bestehenden Software zu machen. Jetzt sind die Blocks in der Blockchain, der Hauptinnovation am Bitcoin, größer. Die Blockchain ist die Datenbank, in der alle laufenden Transaktionen aufgezeichnet werden. Diese Datenbank ist weltweit auf allen Computern gespeichert, die Bitcoins als Währung nutzen. Mithilfe der größeren Blocks lassen sich die Transaktionen schneller abwickeln. Das sei eine wichtige Voraussetzung, um die digitale Währung massentauglich zu machen.

Um die Community von der Sinnhaftigkeit der Abspaltung zu überzeugen, zitieren die beiden „Rebellen“ den Gründer der digitalen Währung. Nakamoto hatte seit vielen Jahren keinen eigenen Beitrag im Forum geleistet. Dabei ist nach wie vor unklar, wer hinter dem Namen Satoshi Nakamoto steht, ob es eine einzelne Person oder eine Gruppe ist.

Laut Lizenzvertrag ist eine Abspaltung, ein sogenannter Fork, theoretisch nicht unmöglich. Es wäre jedoch in der Geschichte der virtuellen Währung das erste Mal. Genau das ist auch der Grund, weswegen jetzt so eine heiße Diskussion entbrannt ist.

Der Markt soll entscheiden

Bei Einsatz der neuen Software gibt es eine neue Versionsnummer. Die zeigt an, dass größere Blöcke berechnet werden können. Sobald drei Viertel der errechneten Blocks im Netzwerk die neue Versionsnummer haben, stellt sich das gesamte Bitcoin-System binnen 14 Tagen automatisch auf die neue Blockgröße um.

Trotzdem bleiben Fragen offen. Welche Bitcoin Börse akzeptiert dann welche Bitcoins? Die beiden Entwickler wollen den Markt die Entscheidung treffen lassen, welches am Ende das bessere System ist. Damit meinen sie die Hersteller der Bitcoin. Die digitale Währung ist an vielen Online-Börsen weltweit handelbar, so wie Dollar und Euro. Was ein Bitcoin kostet, bestimmt sich einzig durch Angebot und Nachfrage.

Nakamoto angeblich gegen die Abspaltung

Über eine Bitcoin-Mailingliste hat sich jetzt der Bitcoin-Gründer persönlich eingemischt. Ob es wirklich der Erfinder der digitalen Währung war, der die E-Mail versendet hat, ist allerdings nicht erwiesen. Szenebeobachter glauben jedoch, den Stil Nakamotos in der E-Mail wiederzufinden.

In dieser der Öffentlichkeit zugänglichen Mail spricht er sich eindeutig gegen eine Spaltung aus. Das Bitcoin-Protokoll der digitalen Währung, die über keine zentrale Instanz verfügt, sei mit Absicht so geschaffen worden. Die Kontrolle des Netzwerks soll schließlich verhindern, dass Einzelne einfach die Regeln ändern können, wie es ihnen beliebt. Dabei spielt keine Rolle, ob sie Andresen, Obama oder Nakamoto heißen.

Alle Entscheidungen über Veränderungen im Projekt dürfen nur im Konsens getroffen werden. Wenn nur zwei Programmierer in der Lage sind, erfolgreich den Bitcoin zu spalten, erkläre er das Projekt als gescheitert. Mit dieser Aussage beendet der vermeintliche Gründer seinen an die Öffentlichkeit gerichteten Appell.

Nakamoto verwahrte sich dagegen, dass die beiden „Rebellen“ sich auf alte Aussagen von ihm berufen, wenn sie die Abspaltung kommunizieren. Seinerzeit sei für ihn nicht alles vorhersehbar gewesen. Bitcoin XT entspricht einfach nicht der ursprünglichen, von ihm herausgebrachten Version.