Bitcoin in der Krise? Zentralbanken wollen Staatsbitcoin!

Einige große deutsche Medien berichteten in den letzten Wochen von einem “Niedergang” der virtuellen Währung Bitcoin. Die Kryptowährung würde in der Krise stecken. Stimmt das? Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Bitcoin ein Relikt der Vergangenheit sein wird?

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Zugegeben, als Bitcoin vor einigen Jahren geschaffen wurde, hatten sich einige den Erfolg der digitalen Währung sicherlich ein wenig anders vorgestellt. Es war bestimmt den meisten klar, dass Bitcoin nicht in 7 Jahren alle bisherigen Währungen wie Euro, US-Dollar usw. ablösen würde. Doch etwas mehr Verbreitung und Akzeptanz wie heute, haben sich viele erhofft. Bitcoin ist immer noch ein Randthema. Zwar haben die meisten hier und da mal was davon gehört, doch was Bitcoin eigentlich so richtig ist, wissen nur die wenigsten.

Bitcoin wurde als Aversion gegen das Finanzsystem geschaffen

Die ursprüngliche Idee hinter Bitcoin war nicht, das Finanzsystem zu revolutionieren, weil es einfach keine Alternative gab, sondern um als Gegenpol zu Banken, Staaten und Regierungen zu fungieren. 2008: Lehman Brothers, 2013: Zypern-Krise, 2015: Griechenland-Krise. Das heutige Geldsystem wird von Banken und Regierungen kontrolliert und gesteuert – was grundsätzlich nicht negativ ist. Negativ wird es nur, wenn Bürger die Kontrolle und die “Hoheit” über ihr Eigentum verlieren.

Zypern und Griechenland haben gezeigt, dass Kreditinstitute Konten sofort sperren können und man keinen Zugriff mehr auf das eigene Geld hat. Als Alternative zum herkömmlichen Papiergeld legen einige ihr Vermögen in Gold an. Doch Gold hat den Nachteil, dass man damit im täglichen Leben nicht einkaufen und bezahlen kann. Um den Spagat zu überwinden, wurde Bitcoin geschaffen. Eine Währung, mit der man (theoretisch) im täglichen Leben bezahlen kann, welches jedoch unabhängig von Staaten, Geldinstituten usw. ist.

Nutzer sehen wenig Vorteile

Der Vorteil der Unabhängigkeit nützt jedoch nichts, wenn Bitcoin von der Bevölkerung gar nicht genutzt oder gar akzeptiert wird. Tatsächlich ist es so, dass es für die meisten Bürger zu kompliziert ist, Bitcoin zu nutzen. Schließlich muss beispielsweise erst ein Wallet angelegt und Geld transferiert werden. Bitcoins an einer Bitcoin Börse zu kaufen ist für viele einfach zu schwierig. Aufgrund von Währungsschwankungen besteht auch eine Unsicherheit hinsichtlich der “Wertigkeit” von Bitcoin. Denn schließlich ist der Euro noch gesetzliches Zahlungsmittel. Zu guter Letzt kosten Transaktionen auch eine Gebühr. Warum also in einer anderen Währung zahlen?

Es ist in der Praxis einfacher mit Kredit- oder einer anderen Geldkarte zu zahlen, als mit Bitcoin. Das ist nun mal so! Bitcoin ist (noch) eine Währung für eine kleinere Personengruppe. Noch ist das Vertrauen in Zentralbanken und Regierungen nicht so erschüttert, dass Bitcoin im Main-Stream angekommen und als echte Alternative akzeptiert wird. Bei der Griechenland-Krise 2015 sollen Tausende Griechen Bitcoin genutzt haben, um die staatlichen Restriktionen zu umgehen. In so einer Situation werden die Vorteile der Kryptowährung natürlich sehr deutlich.

So schnell stirbt Bitcoin nicht…

Doch die Gedanken darüber, ob Bitcoin stirbt und die Technologie weiterlebt, sind so alt, wie die Währung überhaupt existiert. Fast von Beginn an, wurde immer davon gesprochen, dass die Währung in einer Krise steckt. Es ist gut möglich, dass Bitcoin in dieser Form die Gegenwart nicht “überleben” wird. Das kann niemand mit Bestimmtheit sagen. Doch so schnell “stirbt” Bitcoin sicherlich nicht.

Für gewisse Personengruppen hat er einfach zu große Vorteile. Da wären zunächst diejenigen, die eine Aversion gegen das derzeitige Finanzsystem haben oder – wie im Fall von Zypern und Griechenland – eine Alternative brauchen. Andere spekulieren mit der Währung. Wieder andere diversifizieren ihr Vermögen und legen einen Teil auch in Bitcoin an. Wenn man nicht gerade zu den Höchstkursen um 1.000 US-Dollar gekauft hat, war die Wahl auch gar nicht so verkehrt. Und dann gibt es natürlich noch eine weitere Gruppe: Kriminelle. Die Anonymität wird von Kriminellen schamlos ausgenutzt.

Zentralbanken überlegen sogar Staatsbitcoin einzuführen

Ob Bitcoin weiter bestehen wird, weiß niemand. Aber die Technologie und die Idee dahinter: garantiert. Wie die ZEIT berichtet, bereiten sich die großen Zentralbanken bereits auf eine Welt ohne Bargeld vor. Als Alternative könnte eine Art “Staatsbitcoin” dienen. Natürlich sind die Überlegungen noch in einem sehr frühen Stadium. Und wie das genau aussehen soll, darüber wurde auch noch nicht gesprochen.

Doch es ist interessant zu sehen, dass die etablierten Zentralbanken das Thema digitale Währungen immer wieder aufgreifen und diskutieren (müssen).