Gleich neun Bitcoin-ETFs von der SEC abgelehnt

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Die amerikanischen Börsenaufseher haben erneut mehrere Anträge auf einen Bitcoin-ETF abgelehnt. Diesmal traf es gleich neun Anträge von drei verschiedenen Anbietern. Die SEC sah ihre Vorgaben als nicht erfüllt an und gibt weiterhin Sicherheitsbedenken als Begründung an. Für Ende September wird eine Entscheidung über den Antrag von VanEck und SolidX erwartet, dem durchaus Chancen auf eine Genehmigung eingeräumt werden.

Kein Antrag zugelassen

Mittlerweile versuchen seit einigen Jahren die unterschiedlichsten Anbieter mit ihren Anträgen auf einen Bitcoin-ETF Erfolg zu haben. Bislang konnte sich jedoch kein Antrag bei der SEC durchsetzen. Allein die Winklevoss-Zwillinge starteten mehrere Anläufe, scheiterten aber im Juli erneut. Die nun abgelehnten Anträge stammten von ProShares, GraniteShares und Direxion. Während ProShares und GraniteShares je zwei Anträge auf einen Bitcoin-ETF einreichten, ersuchte Direxion gar um fünf Genehmigungen für gehebelte Bitcoin-ETFs. Über die Anträge von Direxion wollte die SEC eigentlich schon im Juli entscheiden, verschob dies jedoch zunächst.

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Wertberechnung auf Basis von Bitcoin-Futures

Die kürzlich abgelehnten Anträge basierten auf der Grundlage der Bitcoin-Futures. Diese werden seit Ende 2017 an den beiden großen US-Optionsbörsen CBOE und CME gehandelt. Der Wert der ETFs wurde also auf der Grundlage der Bitcoin-Futures berechnet. Die SEC kritisierte allerdings, dass beide Börsen nicht genug Informationen über die Identität der Marktteilnehmer vorlegen konnten.

Die SEC ist des Weiteren noch immer der Meinung, dass die Spot- und Dervisenmärkte für Kryptowährungen unreguliert sind. Auch dies ist für sie ein Grund, Bitcoin-ETFs weiterhin abzulehnen, obwohl sie lediglich für an der Börse gehandelte Finanzprodukte sowie die Börsen selbst zuständig ist. Die Spot- und Devisenmärkte fallen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich.

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Handel an unregulierten Märkten

Die amerikanische Börsenaufsicht geht davon aus, dass ein großer Teil des Handels mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen über diese Spot- und Devisenmärkte erfolgt und ist daher an der Identität der Marktteilnehmer interessiert. Die Börsenaufseher sind allerdings auch der Meinung, dass der Handel mit Bitcoins weniger über die Futures-Märkte erfolgt, sondern eher über unregulierte Marktplätze in anderen Ländern.

Vor allem die Vermeidung von Betrug und Manipulation sind für die SEC wichtige Aspekte. Sie sieht ihre Aufgabe darin, Kleinanleger davor zu schützen. Dies war bereits vor einigen Wochen bei der Ablehnung des Antrags der Winkelvoss-Zwillinge einer der Gründer der Behörde. Damals nannte sie ebenso wie bei den aktuellen Ablehnungen Sicherheitsbedenken auf den Märkten für Kryptowährungen als weiteren Grund.

Ablehnung nicht überraschend

Beobachter und Experten sahen die erneute Ablehnung der Anträge auf einen Bitcoin-ETF nicht als Überraschung an, da die SEC in der Vergangenheit meist ähnlich vorgegangen ist. Daher hatte die Ablehnung dieser ETFs auch nur wenige Auswirkungen auf die Kurse von Kryptowährungen, auch wenn diese nach unten gegangen sind.

Eine Aussage in der Begründung der SEC zu den Ablehnungen der Bitcoin-ETFs lässt dennoch aufhorchen. Sie gab an, dass die Ablehnung eines Bitcoin-ETFs keine Ablehnung gegenüber Bitcoins und der Blockchain im Allgemeinen sei. Die Ablehnung der Anträge sei keine Bewertung des Nutzens, der Innovation oder der Investitionsmöglichkeiten von Bitcoins und der Blockchain.

Genehmigung weiterhin nicht unrealistisch

Die könnte ein gutes Zeichen in Richtung des Kryptomarktes sein. Darüber hinaus kann man diese Aussage dahingehend verstehen, dass die SEC sich nicht grundsätzlich gegen Bitcoins und Bitcoin-ETFs stellt. Allerdings müssen die Bedingungen der Behörde erfüllt sein. Ist dies der Fall, könnte die SEC womöglich durchaus einen Bitcoin-ETF auf den Weg bringen.

Hinsichtlich ihrer Bedingungen geht es vor allem um die Sicherheit der Marktteilnehmer. Dies könnte ein Pluspunkt im Konzept von VanEck und SolidX sein. Der Antrag wird auch von der CBOE unterstützt, obwohl hier nicht Bitcoin-Futures zur Berechnung herangezogen werden, sondern der ETF direkt auf Bitcoins basiert. Die Entscheidung hierüber wird für den 30. September erwartet.

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Antrag mit Erfolgschancen

VanEck und SolidX wollen Anleger zudem über eine zusätzliche Versicherung schützen. Da der Einstandspreis sehr hoch ist, gelten vor allem institutionelle Anleger als Zielgruppe. Damit würde der Anbieter dem Anliegen der SEC, Kleinanleger zu schützen, entgegenkommen. Derzeit wird jedoch als möglicher Schwachpunkt die Frage nach der sicheren Aufbewahrung der zugrunde liegenden Bitcoins gesehen.

Derweil diskutiert man in der Krypto-Szene, ob ein Bitcoin-ETF überhaupt notwendig ist, denn die Entwicklung und die Akzeptanz von Kryptowährungen geht auch ohne dieses Finanzinstrument voran. In den letzten Monaten spielen beispielsweise immer mehr große Unternehmen und Bankenhäuser mit dem Gedanken, mit dem Handel von Bitcoins zu starten.

ETFs – etabliertes Finanzinstrument

Allerdings könnten sich gerade institutionelle Anleger weiter für Bitcoin-ETFs interessierten. Sie könnten so über ein bekanntes und als sicher und transparent geltendes Finanzinstrument am Bitcoin-Handel teilnehmen. Zudem werden ETFs über die Börse gehandelt und damit in einem sicheren und  regulierten Umfeld. Der Markt gilt zudem als liquide.

ETFs sind auch bei Privatanlegern sehr beliebt. Hier könnten insbesondere konservative Anleger, denen der Handel mit Bitcoins bislang zu risikoreich war, einen Weg finden, mit dieser neuen Anlageklasse zu handeln. Zudem könnte über ETFs viel Kapital in den Markt fließen. Immer wieder wird auch die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass nach eine Markteinführung von Bitcoin-ETFs der Bitcoin-Kurs wieder nach oben geht und sich stabilisiert.

Hohe Voraussetzungen der US-Börsenaufsicht

An die Einführung eines Bitcoin-ETFs stellt die SEC allerdings hohe Bedingungen, wie aus einem Schreiben an Paul Stevens vom Investment Company Institute und Timothy W. Cameron von der Securities Industry and Financial Markets Association hervor geht, das schon zu Jahresbeginn verfasst wurde. Hierin wird klar, dass es der SEC vor allem um fünf Punkte geht: die Bewertung, die Liquidität, die Verwahrung und die Arbitrage von Bitcoin-ETFs sowie der Schutz vor Manipulationen.

Wert des ETFs und Aufbewahrung der Vermögenswerte

ETFs müssen jeden Tag neu bewertet werden. Dabei wird auch der Nettoinventarwert berechnen. Ein Anbieter eines Bitcoin-ETFs muss gewährleisten, dass dies auch bei der hohen Volatilität von Kryptowährungen und der fehlenden Regulierung von Märkten und Handelsplattformen gesichert ist.

Eine weitere Frage betrifft die Liquidität von Bitcoin-ETFs. Ein ETF muss über so viele liquide Mittel verfügen, dass an jedem Handelstag Rückkäufe ermöglicht werden können. Derzeit scheint eine große Hürde die sichere Aufbewahrung der Bitcoins zu sein, auf dem der ETF basiert. Der Anbieter muss hier unter anderem Sicherheitsvorkehrungen für Hackerangriffe treffen.

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Schutz der Anleger

Eine weiter Voraussetzung für ETFs ist, dass der Marktpreis nur unwesentlich vom Nettoinventarwert abweichen darf. Dies wird Arbitrage genannt. Wer also einen Bitcoin-ETF anbieten will, muss auch dies trotz der hohen Volatilität von Kryptowährungen ermöglichen. Sehr wichtig sind wohl vor allem Maßnahmen, die vor Betrug und Manipulation schützen. Die SEC ist der Ansicht, dass Anleger derzeit an traditionellen Wertpapierbörsen besser geschützt sind als an Handelsplattformen für Kryptowährungen.

Abgelehnte Anträge nochmals prüfen

Die SEC will dennoch die jüngsten Ablehnungen nochmals überprüfen. Dies kann ebenfalls als positives Signal an die Kryptomärkte gesehen werden. Dies könnte auch ein Umdenken bei der SEC bedeuten. Wie Hester Pierce, eine der SEC-Kommissarinnen, bei Twitter schrieb, sind die Personalbestellungen bis nach einer weiteren Überprüfung ausgesetzt. Pierce gilt als offen gegenüber Bitcoin-ETFs und votierte bereits bei der letzten Ablehnung eines Bitcoin-ETFs gegen ihre Kollegen. Sie ist der Auffassung, dass jeder Anleger selbst darüber entscheiden sollte, ob er in einen Bitcoin-ETF investieren möchte.

Delegation von Entscheidungen an Mitarbeiter nicht ungewöhnlich

Laut ihren Aussagen bei Twitter ist es nicht ungewöhnlich, dass die SEC Entscheidungen dieser Art von ihren Mitarbeitern treffen lässt. Allerdings kann die Behörde dieser Entscheidung auch noch nach einer öffentlichen Bekanntgabe widersprechen bzw. diese erneut überprüfen. Die SEC-Kommissarin veröffentlichte dazu ein Schreiben an die New York Stock Exchange. Jay Clayton, der Vorsitzende der SEC, wird laut dieses Schreibens gemeinsam mit den assoziierten Kommissaren jeden Antrag genaustens prüfen. Damit will man sicherstellen, dass die Mitarbeiter der Behörde eine korrekte Entscheidung getroffen haben. In dem Schreiben wird jedoch keine Frist für eine Überprüfung genant.

Fazit: Börsenaufseher in den USA weiter kritisch gegenüber Bitcoin-ETFs

Kürzlich lehnte die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde erneut mehrere Anträge auf einen Bitcoin-ETF ab. Insgesamt wurden neun Anträge zurückgewiesen. Je zwei Anträge stellten die Anbieter ProShares und GraniteShares. Direxion reichten fünf Anträge für gehebelte Bitcoin-ETFs ein. Über diesen Antrag wollte die Behörde eigentlich schon im Juli entscheiden, vorschob diesen Termin jedoch zunächst.

Nun wird für Ende des Monats eine weitere Entscheidung über den Antrag von VanEck und SoldiX erwartet. Dieser könnte größere Chancen haben als die nun abgelehnten, da die Berechnung nicht auf der Grundlage von Bitcoin-Futures sondern von Bitcoins selbst erfolgt. Zudem richtet sich dieser ETF eher an institutionelle Anleger und soll über eine zusätzliche Versicherung geschützt sein.

Auch im Rahmen dieser Ablehnung äußerten die Börsenaufseher erneut Zweifel an der Sicherheit. Für sie sind unregulierte Märkte und Handelsplattformen ein weiteres Risiko. Erst vor einigen Wochen wurde ein weiterer Antrag der Winklevoss-Zwillinge abgewiesen. Die Begründung fiel damals ähnlich aus.

Allerdings sagte die Behörde, dass die Anlehnung keine Ablehnung von Bitcoins und der Blockchain darstellen. Die Ablehnungen sollen nochmals geprüft werden. Eine Genehmigung durch die SEC ist durchaus möglich, wenn die Vorgaben der Behörde erfüllt werden. Diese beziehen sich unter anderem auf den Marktpreis, die Liquidität und den Schutz vor Manipulationen.

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