Immer mehr Bitcoin Erpressersoftware im Umlauf

Das es immer mehr Kriminell gibt, die PC’s hacken und den Besitzer anschließend erpressen eine gewisse Anzahl an Bitcoins zu zahlen, ist nicht neu. Darüber haben wir auch schon berichtet (siehe: Hacker erpressen Krankenhaus und Kriminelle erpressen Bitcoins). Doch mittlerweile werden auch hierzulande immer mehr Fälle bekannt. Da die Summen häufig relativ klein sind, entscheiden sich viele, das Lösegeld zu zahlen. Außerdem wurde nun auch der erste Fall öffentlich, bei dem ein Mac Computer mit einem solchen Virus infiziert wurde.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Stadtverwaltung von Bitcoin Virus betroffen

Die bayerische Kleinstadt Dettelbach war im Februar diesen Jahres Opfer des Trojaners Teslacrypt. Dieser Trojaner legte das gesamte IT-System der Stadtverwaltung lahm. Die Stadt entschied sich, das Lösegeld zu zahlen – 1,3 Bitcoin. Allerdings bekam sie nur teilweise wieder Zugriff auf ihre Daten.

Das Polizeipräsidium Unterfranken teilte mit, dass die Computersysteme Anfang Februar mit dem Virus infiziert wurden und dass die Stadtverwaltung sich zur Zahlung von circa 500 Euro Lösegeld entschied. Die Erpresser haben auch auf die Zahlung reagiert. Die von den Kriminellen verschlüsselten Daten konnten aber nur teilweise wiederhergestellt werden. Warum? Den Grund nannte die Polizei nicht. Bei der Widerherstellung der Daten, kam es zu einem weitreichenden Ausfall von weiteren Servern, unter anderem auch die der Stadtwerke. Das lag jedoch nicht an der Malware an sich, sondern an “Fehlentscheidungen bei der Rücksicherung”.

Problem für Betroffene Bitcoins zu transferieren

Teilweise ist das Problem für die Betroffenen das Lösegeld in Bitcoin zu zahlen größer als die Sperrung der Daten an sich. Welcher Betroffene hat sich schon intensiv mit der Kryptowährung beschäftigt oder besitzt bereits ein Bitcoin Wallet? Wahrscheinlich nur die Wenigsten. So auch bei der Stadtverwaltung. Wie löste sie das Problem? Sie engagierten eine “Fachfirma” für dafür, die Bitcoins zu besorgen und zu transferieren. Details zu der Firma sind jedoch nicht bekannt.

Für die Erpresser ist es verständlich, dass sie Bitcoin wählen. Denn so ist die Spur nur schwer oder gar nicht nachzuvollziehen. Doch für die Betroffenen stellt das teilweise eine große Herausforderung dar.

Erster Mac Nutzer betroffen

Bisher galten Linux und Mac Nutzer als relativ sicher vor “Bitcoin Trojanern”. Doch nun wurden auch erste Fälle bekannt, bei denen ein Virus in das Mac OS System gelang. Wie das genau geschah, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich geschah dies über die Downloadseite der Transmission Software.

Die Download Seite wurde wahrscheinlich von Hackern “geknackt” und die Downloaddateien erhielten Malware. Das tückische dabei war, dass der Virus erst nach 3 Tagen “zuschlägt”. Der Nutzer bemerkt also zunächst nichts davon. Die Dateien des Nutzers werden anschließend verschlüsselt und er kann erst nach Zahlung des Lösegelds wieder darauf zugreifen.

Was können Nutzer gegen Erpressersoftware tun?

Mac OS Nutzer, die die Transmission Seite nicht besucht haben oder nicht benutzen, brauchen sich keine Sorgen machen. Und Nutzer, die Downloads genutzt haben, sind wahrscheinlich nur dann betroffen, wenn sie ein paar Tage vor oder nach dem 04. März 2016 Downloads gestartet haben.

Ein Update der aktuellen Antivirus-Software sollte ebenfalls erfolgen. Trotz allem, sind Apple Nutzer seltener betroffen, wie Windows Nutzer. Einerseits sind Windows Betriebssysteme natürlich wesentlich verbreiteter. Andererseits, lebt Windows eher von einer offeneren Systemkultur.

Lösegeld zahlen oder lieber nicht?

Die Stadtverwaltung und auch andere Betroffene zahlen lieber das Lösegeld. Die Polizei äußerte sich dahingehend, dass das auch verständlich sei. Grundsätzlich rät sie jedoch von Lösegeld-Zahlungen ab. Niemand kann sich sicher sein, dass die Daten wirklich wieder entsperrt werden. Außerdem würden die Erpresser eher in ihren Handlungen bestärkt werden.

Das FBI rät zwar generell auch von Zahlungen ab, ließ aber durchblicken, dass Opfer, die keine Backups haben, eventuell doch lieber zahlen sollten. Vor allem, wenn die Lösegeldsummen sich in Grenzen halten. Gemäß einer Umfrage wären die Hälfte der Befragten bereit, eine Lösegeldzahlung bis 500 Euro zu akzeptieren. Die Zahlungsbereitschaft variiert dabei von Land zu Land. In den USA sei sie beispielsweise etwas höher als in Deutschland.