Bitcoin Core Update 0.12 – Was verändert sich?

Letzte Woche ist die neue Version des Bitcoin Core – 0.12.0 – veröffentlicht worden. Es ist eines der umfangreichsten Neuerungen des Bitcoin-Clienten. zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen sind in die Entwicklung eingeflossen. Über 100 Entwickler haben größtenteils freiwillig (bzw. unentgeltlich) viele Monate an der Open Source Software gearbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick. Hier geht’s zum Artikel: Was ist ein Bitcoin Client?.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
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Nur 2GB Speicherplatz statt 60GB

Aktuell benötigt ein Full Node circa 60 GB Speicherplatz. Für einen herkömmlichen PC dürfte das kein Problem darstellen. Problematisch ist jedoch, dass der benötigte Speicherplatz immer größer wird. Was bei einem PC noch vertretbar erscheinen mag, ist jedoch bei Smartphones und Tablets ein unüberwindbares Problem – noch.
Durch Änderungen konnte der benötigte Speicherplatz jetzt jedoch auch nur noch 2 GB gesenkt werden. Eine Reduzierung des benötigten Speichers war zwar auch in der Vorgängerversion möglich, allerdings konnten keine Transaktionen getätigt werden. Jetzt funktionieren Transaktionen trotz der geringeren Speicherkapazität wie bisher.

7-fach schnellere Signatur-Validierung

Im Bitcoin Core 0.12 wurde die OpenSSL der ECDSA-Signatur durch libsecp256k1 ersetzt. Entwickler haben im Laufe von 3 Jahren eine verbesserte Software entwickelt, die es ermöglicht, die Validierung eingehender Transaktionen um bis zum 7-fachen zu beschleunigen. Allerdings betrifft die massive Beschleunigung lediglich 64-Bit-Systeme. Bei allen anderen Systemen ist keine spürbare Beschleunigung zu spüren.

Automatische Nutzung von Tor

Bisher ist es so, dass bei jedem, der einen Node betreibt, die Datenströme unverschlüsselt und komplett über den Internetprovider laufen. Dieser könnte die Daten und Bitcoin Transaktionen daher problemlos auslesen. Das muss ja aber nicht sein, oder? Eine Möglichkeit, um die Daten verschlüsselt zu senden ist “Tor”. Bitcoins mit Hilfe von Tor zu senden und zu empfangen ist schon länger möglich, was aber bisher nur mit großem Aufwand verbunden. Jetzt ist es relativ einfach, indem Tor lediglich ein- oder ausgeschalten wird. Der Provider merkt zwar, dass ein Verschlüsselungsnetzwerk genutzt wird, mehr aber nicht. Tor wird übrigens auch für andere sensible Datenströme genutzt. In der Praxis scheint es jedoch bei dem einen oder anderen noch nicht ganz reibungslos zu laufen.

Optionaler Upload-Limit

Internetprovider werben und liefern hohe Download-Geschwindigkeiten. Die Upload-Geschwindigkeit ist jedoch wesentlich niedriger. In der Regel spielen Uploads auch eine untergeordnete Rolle, nicht jedoch bei einem Bitcoin Client. Jede Transaktion bzw. Block wird nur einmal empfangen (download), jedoch an mehrere peers verteilt (upload). Bisher lähmte dies die Internetverbindung. Um dieses Problem zu lösen, wurde im Bitcoin Core 0.12 ein optionales Upload-Limit integriert. Der Nutzer kann dieses bei Bedarf einschalten, sodass der Datenaustausch flüssiger läuft. Allerdings funktioniert dies erst, nach dem ein Upload von mindestens 144 MB pro Tag erfolgte.

RBF – Transaktionsgebühren “nachschießen”

Eine der umstrittensten Änderungen im Bitcoin Core 0.12 ist RBF (“Replace by Fee”). Dabei werden Transaktionen mit einer höheren Transaktionsgebühr bevorzugt behandelt, sprich eine noch unbestätigte Transaktion wird hinten angestellt. Der Gedanke dahinter ist, dass in Zukunft immer mehr Transaktionen gleichzeitig bearbeitet werden müssen, die Kapazitäten jedoch begrenzt sind. Mit RBF soll eine Art Gebührenmarkt entstehen. Allerdings ist nicht jede Transaktion ersetzbar, sondern lediglich solche, bei denen das vorher explizit angekündigt wurde. Der Bitcoin Core 0.12 ermöglicht derzeit jedoch nicht nicht, selbst ersetzbare Transaktionen zu schreiben, sondern diese lediglich zu bearbeiten.
Nutzer haben damit jetzt die Möglichkeit, ihre Transaktionen zu beschleunigen, indem sie Transaktionsgebühren “nachschießen”.

Weitere Änderungen im Bitcoin Core 0.12

Daneben gab es viele kleinere Änderungen, auf die hier nicht alle bis ins Detail eingegangen werden kann. Viele Neuerungen sind sehr technisch und spezifisch. Unter anderem gab es noch folgende Updates:

  1. Die Größe des Memory Pool kann manuell verkleinert werden. Dadurch werden unter anderem Computerabstürze auf PCs verhindert
  2. ZeroMQ Integration: Durch die Integration dieser Anwendung können jetzt viele externe Programme zur Benachrichtigung bei neuen Blocks gekoppelt werden.
  3. Schnelleres Bitcoin Mining: Entsprechende Transaktionen müssen jetzt nicht mehr alle auf einmal, sondern können bereits bei Eintreffen in einen Block gesteckt werden.
  4. Gebührenberechnung für Transaktionen wurde verbessert