Bitcoin an New Yorker Börse gelistet

In Sachen Bitcoin gab es in letzter Zeit nur wenig richtig gute Neuigkeiten. Die Insolvenz der Mt. Gox Börse erschüttert noch heute Anleger und Verbraucher. Das Bitcoin Mining ist mittlerweile für den „normalen“ Nutzer nicht mehr profitabel. Der Kurs der Digitalwährung hat sich zwar nach dem dramatischen Kurseinbruch ein wenig beruhigt, ist jedoch nach wie vor volatil. Doch das Interesse von Investoren ist nach wie vor groß.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Seit 03.06.2015 gehört nun auch Bitcoin offiziell zu den regulierten Währungen, zumindest in New York. Die New Yorker Börse hat auf das große Interesse von Unternehmen reagiert und einen Preisindex für Bitcoin eingerichtet – mit dem Kürzel NYXBT. Der Preisindex orientiert sich dabei an den Werten der kalifornischen Bitcoin Börse Coinbase. Im Januar diesen Jahres beteiligte sich die New York Stock Exchange übrigens mit 75 Millionen US-Dollar an Coinbase.

Jeden Tag um 16 Uhr Londoner Zeit, soll nun der neue Bitcoin Preisindex den jeweiligen Kurs von einem Bitcoin in US-Dollar angeben.

“Sheriff der Wall Street“ legt Regelbuch vor

Benjamin Lawsky ist Staatsanwalt und Ober-Finanzregulierer des US-Bundestaats New York – auch bekannt wegen seiner Regulierungsfreude als „Sheriff der Wall Street“. Er stellte letzte Woche Mittwoch ein 44-Seitiges Regelbuch für Bitcoin-Geschäfte vor. In diesem Regelbuch ist detailliert beschrieben, unter welchen Umständen an der New Yorker Börse virtuelle Währungen gehandelt werden dürfen. Lawsky hat vor allem eins im Sinn: Geldwäsche und die Verwendung von Bitcoin bei kriminellen Geschäften zu unterbinden. Daher müssen beispielsweise Unternehmen, die an der New Yorker Börse Bitcoin handeln wollen, einen „Compliance Officer“ haben, der sicherstellt, dass die Regeln eingehalten werden. Außerdem soll allein die Bewerbung für eine Bitlicense 5.000 US-Dollar kosten, wohlgemerkt lediglich die Bewerbung. Großen Akteuren der Finanzwelt, Investmentbanken und Hedgefonds, kommen die Regeln sehr entgegen, so Kritiker. Schließlich verfügen diese über viel Kapital und Know How und stoßen sich sicherlich nicht an den genannten Auflagen. Und für die übrigen Unternehmen? Der „Sheriff“ betont jedenfalls, dass die Regelungen nur für Finanzunternehmen gelten und nicht für Software-Entwickler.

Es klingt paradox…

… einerseits ist die Digitalwährung jetzt offiziell als Währung anerkannt, legalisiert und damit im Mainstream angekommen. Andererseits ist Bitcoin ja eine Währung, ursprünglich gedacht unabhängig von Politik, Banken und Regularien. Schließlich wurde sie als Digitalgeld von Anarchisten bekannt und die Regelung steht im krassen Gegensatz zu deren Idealen.

Ein Imagewandel ist zu beobachten

Trotz diverser Hiobsbotschaften wenden sich immer mehr Unternehmen, Händler und auch Privatleute der Kryptowährung zu. Es sind längst nicht nur verrückte Computer-Nerds und Anarchisten, die mit Bitcoin handeln. Bitcoin hat das Zeug dazu, zum „Geld für die Massen“ werden. Was ist der Grund für den Imagewandel? Interessant ist, das der Grund der gleiche ist: Immer mehr Menschen sind enttäuscht von dem derzeitigen Finanzsystem. Auch Angst spielt eine Rolle. Angst davor, dass das bisherige Geld wertlos werden könnte. Diese Angst ist nicht unbegründet! Überall ist von „billigem Geld“, „überhöhter Risikobereitschaft“ und „Spekulationsblasen“ zu lesen. So manch einer spricht sogar von einer „Liquiditäts-Zeitbombe“. Das bedeutet natürlich nicht, dass buchstäblich morgen alles vorbei sein muss. Doch immer mehr Menschen wenden sich mittlerweile auch alternativen Finanzsystemen zu.

Erste Bitcoin Bank in der Schweiz

Auch das ist ein Zeichen des Imagewandels, wie die Schweizer Handelszeitung berichtete. Guido Rudolphi, ein Initiator der Schweizer Bitcoin Bank bestätigte, dass bereits entsprechende Gespräche mit der Schweizer Bankenaufsicht Finma laufen: „Das Gesuch werden wir in den nächsten Wochen einreichen.“. Außerdem seien „Erste Investoren an Bord, und es läuft die Suche nach passenden Räumlichkeiten.“. Damit wäre das die erste Bank in der Schweiz, die Bitcoin-Dienstleistungen anbietet. Das neue Finanzinstitut soll als normale Geschäftsbank aufgestellt werden. Das bedeutet, sie wird am Interbanken-Clearingsystem und an Swift angeschlossen. Außerdem gelten auch für sie alle bekannten Regularien, wie die Identifizierung der Kunden. Hat das Geschäftsmodell eine Zukunft? Ein Banker, der das Projekt begleitet, bringt es auf den Punkt: „Die Branche bewegt sich enorm rasch. Einige Geschäftsfelder entstehen geradem andere sind erst am Horizont erkennbar.“.

Ein wichtiges Argument für die Bitcoin Bank gab Rudolphi in einem Interview mit der „Deutsche Mittelstands Nachrichten“ noch zu bedenken: „In Deutschland wie auch in der Schweiz und anderen Ländern stoßen Firmen, welche im Bitcoin-Geschäft tätig sind, immer wieder auf das Problem, dass Banken ihnen keine Konti zur Verfügung stellen. Hier können wir einspringen.
Ähnlich sieht es bei internationalen Transaktionen aus. Heute bezahlen einzelne Firmen für Zahlungen ins Ausland enorme Gebühren. Indem wir diese Zahlungen mit Partnern vor Ort in Bitcoins abwickeln, können diese Firmen Millionen sparen.“. Dieses Konzept ist bis jetzt weltweit einzigartig.

Wie geht es jetzt weiter?

Thomas Farley, Chef der NYSE erklärte, dass es das Ziel sei, Transparenz in den Markt zu bringen. Des Weiteren führt er aus: „Der aktuelle Bitcoin-Kurs hat sich zu einem gefragten Datenbereich entwickelt, der unsere Kunden bei ihren Entscheidungen für Transaktion, Handel oder Investition in der neuen Asset-Klasse interessiert“.

Der derzeitige Preisindex sei offenbar erst der Anfang und soll in absehbarer Zukunft um weitere ergänzt werden. Auch die Orientierung an der Bitcoin Börse Coinbase könnte schon bald gelöst werden und nur als Überbrückung dienen. Die Nasdaq prüfe zudem gerade, ob man Aktientransaktionen von IPO-Kanditaten über das Bitcoin Netzwerk abwickeln könnte.

Ob das Regelwerk sich gut oder schlecht auf die Kryptowährung auswirken wird, kann nur die Zukunft zeigen. Es ist derzeit keine eindeutige Antwort zu finden. Wahrscheinlich ist, dass der Kurs sich zumindest stabilisieren wird. Das führt sicherlich auch dazu, dass das Vertrauen von Investoren und Anlegern in die Währung wächst. Eine mögliche Folge davon wiederum wäre, dass anschließend noch mehr Händler Bitcoin akzeptieren.
Andererseits lebt die Idee Bitcoin ja davon, unabhängig vom Finanzsektor zu agieren. Nicht zu vergessen sind auch die Interessen von Hedgefonds und Private Equitiy. Jetzt, da diese einen einfacheren Zugang haben, könnte Bitcoin auch ein Spielball von denen werden, gegen die die Währung ja erst erschaffen wurde. Es bleibt auf jeden Fall spannend…