Baden-Württemberg will Blockchain stärken

In Baden-Württemberg wurden eine Blockchain-Initiative ins Leben gerufen. Damit will man sich für das Voranbringen der Blockchain auf politischer und wirtschaftlicher Ebene einsetzen. Hinter der Initiative stehen eine große Zahl an Vertretern aus der Wirtschaft. Diese stellten nun ein Strategiepapier vor. Damit will das Bundesland in Deutschland zum Vorreiter für die Blockchain werden.

Blockchain kann ökonomische Infrastruktur stärken

Die Blockchain könnte auch in Baden-Württemberg dabei helfen, vor allem in der Verwaltung, der Wirtschaft und bei Startups die ökonomische Infrastruktur zu stärken. Bereits seit einiger Zeit gibt es hierzu Bemühungen. Beispielsweise führte die Börse Stuttgart die Bison-App ein, die ebenso wie die Plattform DebVision auf der Blockchain basiert. Außerdem wurde Anfang vergangenen Jahres die Special Interest Group Blockchain & Decentralized Computing gegründet. Eine weitere Initiative ist das BlockLAB Stuttgart.

All diese Initiativen möchten die Blockchain in der Region voranbringenund ihren Beitrag zur Digitalisierung leisten. Auch das IHK Blockchain Camp und der Blockchain Hackathon gehören zu den Aktivitäten in der Region. Die neu gegründete Initiative will die Blockchain in politische Überlegungen und Maßnahmen integrieren sowie Rahmenbedingungen schaffen, die das Bundesland zu einem globalen Kompetenzzentrum für die Blockchain-Technologie macht. Auch das Internet of Things und die Industrie 4.0 sollen so gefördert werden.

Blockchain in Unternehmen integrieren

Des Weiteren will man kleine und mittlere Unternehmen dazu ermutigen, die Blockchain ebenso wie das Internet of Things und die Techniken der Industrie 4.0 einzusetzen. Dazu sollen Technologiekooperationen von KMUs auf der einen Seite und Großunternehmen auf der anderen Seitegefördert werden. Die Initiative will zudem den Ausbau des Blockchain-Ökosystemsin Baden-Württemberg unterstützen.

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Jochen Kaßberger gehört zu den Initiatoren des Strategiepapiers. Er ist der Ansicht, dass die Blockchain-Technologie eine große Chance bietet. Die Karten beim Thema digitaler Wertschöpfung würden derzeit neu gemischt. Baden-Württemberg könnte sich dabei einen Teil an einem neu entstehenden Zukunftsmarkt sichern. In den nächsten Monaten will die Initiative ihre Ziele genauer ausarbeiten.

Engagement noch zögerlich

Nicht nur bei der Blockchain, auch bei Investments in Kryptowährungen zögern viele noch. So scheuen sich beispielsweise institutionelle Investoren, in Kryptowährungen zu investieren. Fehlende Regulierungen sowie die noch immer hohe Volatilität von Kryptowährungen könnten die Ursachen dafür sein. Außerdem fehlt es vielen Investoren noch an Wissen rund um Kryptowährungen.

Adam Grimsley ist selbst professioneller Investor. Er war zehn Jahre für die Fondsgesellschaft BlackRock aus New York tätig. 2016 gründete er gemeinsam mit ehemaligen Kollegen den Krypto-Hedgefonds „Prime Factor“. Grimsley zeigt sich von der Blockchain sehr überzeugt. Die Technik könnte eine sehr große Zahl an Daten über verschiedene Protokolle hinweg erfassen.

Vorsicht bei institutionellen Investoren

Dennoch scheinen sich viele professionelle Investoren auch bei der Blockchain noch zurückzuhalten. Grimsley äußerte sich zu diesem Thema auf der Konferenz „Zeroing In On Europe“. Da es für institutionelle Investoren keine regulatorische Sicherheit gibt, lassen sich traditionelle Vorteile für sie bei Kryptowährungen nicht nutzen.

Bei anderen Geldanlagen sind institutionelle Investoren aufgrund ihrer Größe, ihrer Infrastruktur, ihrer Verbindungen sowie ihrer Reputation im Vorteil. Im Krypto-Handel sind dies jedoch eher Hindernisse. Daher bekommen professionelle Investoren keinen schnellen Zugang zum Markt. Dazu kommen Bedenken aufgrund der Volatilität, mangelnde Liquidität und regulatorische Unsicherheit. Professionelle Investoren sind daher auf dem Kryptomarkt noch vergleichsweise wenig vertreten.

Vertrauen in Kryptobörsen fehlt

Auch Grimsley hat eine Taskforce ins Leben gerufen, das UK Treasure Comitte. Damit will man sich für mehr Verständnis für die neue Technikeinsetzen. Laut Grimsley sind bereits jetzt viele wohlhabende Privatpersonen, Familienunternehmen und Privatbanken im Krypto-Handel vertreten und konnten sich auch bereits einige Erfolge erzielen. Institutionelle Investoren scheuen sich jedoch allzu häufig noch vor dem Schritt auf den Kryptomarkt.

Institutionelle Anleger bauen kein Vertrauen in Kryptobörsen auf, da man hier immer wieder von Hackerangriffen und Diebstähle von Daten gehört. Darüber hinaus müssen institutionelle Anleger laut den geltenden Gesetzten im besten Interesse ihrer Kunden handeln. Bei Kryptobörsen sind sie auch aus diesem Grund eher skeptisch.

Blockchain kann wichtiger Wirtschaftsfaktor werden

Vor allem die Blockchain könnte in Zukunft ein wichtiger Faktor in Industrie und Wirtschaft werden. Schon jetzt wird sie vor allem im Finanzsektor immer häufiger eingesetzt. Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die immer mehr Daten der Datenbank in chronologischer Reihenfolge hinzufügen kann. An die Kette (chain) werden stetig weitere Blöcke angegangen. Sobald ein Block vollständig ist, kann der nächste hinzukommen. Jeder Block verfügt dabei über eine Prüfsumme des vorhergehenden Blocks.

Blockchain nicht nur für Kryptowährungen interessant

Die Blockchain kam zunächst im Zusammenhang mit der Kryptowährung Bitcoin auf, die auf der Blockchain basiert. Dort fungiert sie als öffentliches Buchhaltungssystem und verzeichnet alle Transaktionen in Bitcoins. Auch die Bitcoin-Blockchain wird immer größer. Jeder Computer, der Teil des Bitcoin-Netzwerks ist, ist auch Teil der Blockchain. Nach Bitcoins nutzen auch andere Kryptowährungen wie Litecoin, deren Blockchain der Datenbank von Bitcoins sehr ähnlich ist, oder Ethereum die Blockchain. Ethereum fügte der Blockchain weitere Anwendungen wie Smart Contracts oder DApps hinzu, die beispielsweise für Versicherungen oder im Energiesektor interessant sein könnten.

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Viele Anwendungen über die Blockchain denkbar

Auf der Grundlage der Blockchain können jedoch nicht nur Kryptowährungen aufgebaut werden, sondern eine Vielzahl an Anwendungen. Große Datenmengen können sicher verschlüsselt gespeichert werden und Menschen von ganz unterschiedlichen Orten der Welt aus können gemeinsam an den Daten in der Datenbank arbeiten. Die Blockchain könnte auch dabei helfen, Schwachstellen in einer Lieferkette, bei Zahlungen oder anderen Vorgängen im Geschäftsleben aufzudecken. Langfristig könnten damit auch Kosten gesenkt werden.

Nachteile beheben

Allerdings gibt es bisher auch Nachteile, die noch zu beheben sind. Beispielsweise benötigt eine Blockchain bislang viel Speicherplatz und die individuelle Skalierbarkeit ist noch recht gering. Darüber hinaus muss das notwendige IT-Know-How vorhanden sein, um mit der Blockchain arbeiten zu können. Auch die Integration mit anderen IT-Systemen, beispielsweise Cloud-Anwendungen, ist noch nicht gewährleistet.

Dennoch scheint die Blockchain sehr vielversprechend zu sein. Ein großer Vorteil ist, dass Daten auf mehreren Rechnern gespeichert sind. So kann man Daten dezentral verwalten. Neben der Finanzbranche könnte die Blockchain auch in der Logistik für viele Innovationen sorgen. Dies zeigt auch, dass die Technik mehr kann, als nur Kryptowährungen zu verwalten.

Anwendungsmöglichkeiten in vielen Bereichen

Die Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain reichen vom Gesundheitswesen über den öffentlichen Nahverkehr bis ins Bildungswesen. In all diesen Bereichen könnte sich in Zukunft die Blockchain durchsetzen. Vor allem im Logistik-Bereich entstehen derzeit eine ganze Reihe an neuen Projekten. Dies ist keine Überraschung. Bei der Kontrolle einer Wertschöpfungkettevom Ausgangsstoff bis zum Endprodukt kann die Technik besonders hilfreich sein. Je mehr Akteure daran beteiligt sind, umso komplizierter und unübersichtlicher kann die Arbeit an einem Endprodukt werden. Fehler sind nur schwer zu finden und können hohe Kosten verursachen.

Wertschöpfungskette nachvollziehbar machen

Mit Hilfe der Blockchain kann jeder Beteiligte zu jeder Zeit erkennen, wo sich ein Produkt gerade befindet und was die nächste Etappe auf dem Weg ist. Entsteht in einer Lieferkette ein Problem oder eine Verzögerung, kann man dies sofort erkennen. Logistik-Unternehmen scheinen daher immer mehr auf die Blockchain aufmerksam zu werden.Beispielsweise arbeitet seit einiger Zeit DB Schenker mit der Blockchain-Plattform VeChain zusammen. Auch bei FedEx arbeitet man wohl ebenso wie an den großen Häfen in Rotterdam und Antwerpen an einem Blockchain-Projekt.

Auch für den Endverbraucher kann die Blockchain hilfreich sein. In Zukunft kann möglicherweise jeder, der etwas bestellt hat, genau nachvollziehen, wie und wo das Produkt entstanden ist und auf welchem Weg es ins Geschäft oder an die Haustür gekommen ist. Auch hierzu gibt es bereits erste Projekte, deren Ziel die lückenlose Nachvollziehbarkeit einer Lieferkette ist.

Fazit: Initiativen und Projekte zur Förderung der Blockchain

In Baden-Württemberg wurde vor kurzem eine Initiative zur Förderung der Blockchain in Politik und Wirtschaftins Leben gerufen. Das Bundesland möchte damit zum bundesweiten Vorreiter bei der Blockchain-Technologie werden. Die Blockchain könnte gemeinsam mit anderen Technologien der Digitalisierung nicht nur Baden-Württemberg einen ökonomischen Vorteil bringen und die Infrastruktur stärken.

Die Baden-Württembergische Initiative will unter anderem Projekte zwischen KMUs und Großunternehmen fördern, um die Blockchain weiter in der Industrie zu etablieren. Zudem soll sie auch Bestandteil von politischen Entscheidungen und Maßnahmen werden. Die Blockchain könnte eine große Chance für viele Wirtschaftszweige bieten. Nicht nur Baden-Württemberg könnte somit langfristig Teil eines neuen Zukunftsmarkts werden. Hierzu ist jedoch ein sinnvoller regulatorischer Rahmen wichtig.

Dieser ist ebenfalls noch eine Hürde für institutionelle Anleger, die sich bislang scheuen, in Kryptowährungen zu investieren. Fehlendes Vertrauen in Kryptobörsen, ein unsicherer rechtlicher Rahmen sowie die hohe Volatilität von Kryptowährung lassen diese noch vor einem flächendeckenden Engagement in Kryptowährungen zurückschrecken.

Dennoch scheint vor allem die Blockchain zukünftig ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor zu werden. Derzeit strebt man auch in der Logistik-Branche einige Projekte hierzu an. Die Blockchain könnte hier dabei helfen, die Wertschöpfungkette vom Rohstoff bis zum Endprodukt besser zu kontrollieren. Schwachstellen würden so schneller ersichtlich, was auch Kosteneinsparungen mit sich bringen könnte.