Anonymous hackt Bitcoin-Konten von IS

Wie real diese digitale und damit eigentlich ja virtuell mediale Währung ist, hat Anonymous jüngst anschaulich unter Beweis gestellt. Die Gruppe schaffte es nämlich gleich mehrere Bitcoin-Konten des IS ausfindig zu machen. An eines dieser Konten kommen diese Terroristen nun nicht mehr heran – es wurde durch Anonymous gesperrt.

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Nun fehlt dem IS das erste Geld

Das Ergebnis dieses Schlages im Cyberkrieg gegen den IS ist sehr real. Die Terroristen haben damit nämlich drei Millionen Dollar verloren. Das kann auch dem Islamischen Staat nicht egal sein. Aber genau das ist, was Anonymous angekündigt hat. Das macht einmal mehr deutlich, welche Bedeutung die Währung der Bitcoins tatsächlich hat.

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
Ruben Wunderlich

Um was geht es eigentlich?

Unmittelbar nach den Terroranschlägen in Paris erklärte Internet – Hackergruppe Anonymous den IS-Terroristen schlicht den Krieg. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein weltumspannendes Game. Doch das hier ist sehr real. Bitcoins in Millionenhöhe zu verlieren, das tut weh. Aber das soll es in diesem Fall ja auch.

Ein wirksamer Teilsieg

Das erklärte Fernziel ist dabei ein Acht-Stufen-Plans, bei dem es am Ende keinen IS mehr auf der Erde gibt. Auf dem Weg dahin macht es natürlich Sinn ihnen die unter anderem auch die Grundlage wirtschaftlichen Handelns zu nehmen. Hat man früher den klassischen Wandtresor öffnen müssen, um das Geld und andere Wertsachen zu stehlen, sind es heute unter anderem die digitalen Zahlungsmittel – die Bitcoins. Unter diesem Aspekt trifft dieser errungene Teilsieg den IS schon besonders hart. Doch genau genommen ist das alles erst ein gelungener Anfang in diesem Cyberkrieg gegen den Islamischen Staat. Schließlich hat Anonymous hat vor, die Finanzströme dieser Militanten Gruppe komplett zu zerschlagen.

Warum ist gerade diese Situation einen solchen Bericht wert?

Die Akteure des IS gehen nicht einfach in einen Laden und kaufen, was sie brauchen. Ihr „Wirtschaftsleben“ läuft in starkem Maße über die „dunkle Seite“ des Internets. Der Bitcoin wurde ja gerade deswegen als digitales Zahlungsmittel entwickelt, um unabhängig von Banken und staatlicher Kontrolle funktionieren zu können. Sie können am PC errechnet und mit den gängigen „realen“ Währungen wie dem Dollar oder dem Euro verglichen werden. So gesehen ist sind diese drei Millionen genau so real weg, als hätte man ihnen eine gut gefüllte Brieftasche genommen. Diese Situation ist gar nicht so erstaunlich, denn für Kriminelle, zu denen der Islamische Staat gehört, ist der Bitcoin eine gängige Währung – wenn auch als „Schattenwährung“. Die „Spender“ kommen aus so namhaften Gegenden wie den Golfstaaten, Saudi-Arabien, Katar und anderen Ländern und zahlen unter anderem in Bitcoins. Doch selbst Bitcoin kaufen, ist für diese Organisation auch nicht so ohne Weiteres möglich.

Die „andere Seite“

All das läuft nicht über gängige „WWW-Adressen“. Es spielt sich in Bereichen ab, die man auch Darknet nennt und in den alles anonym und hoch verschlüsselt läuft. In diesem Teil des Internets laufen auch die Waffengeschäfte – und werden mit Bitcoins bezahlt. Auch deswegen ist dieser Schritt von Anonymous so bemerkenswert.

Auch der Terror ist organisiert

Natürlich ist eine Organisation wie der IS sehr gut organisiert. Zum „Personal“ gehören nicht nur die Drahtzieher und Attentäter. Selbstverständlich haben sie auch eigenen WEB-Spezialisten und Hacker – einen „CyberCaliphat“. Doch nun ist ihnen Anonymous einen ordentlichen Schritt voraus. Letztlich ist es ihnen gelungen einige Konten der IS ausfindig zu machen und in wenigstens einem Fall den Zugang zu sperren. Hacker-Gruppen wie die Ghost Security Group eine ist, hätten die gefundenen Konten nur den US-Behörden melden gemeldet.

Ohne Bitcoins läuft da nicht viel

Wenn es Anonymous tatsächlich gegönnt sein solle, die international laufenden Geldströme des IS im Netzwerk der Bitcoins zu zerschlagen, wäre das in der Tat ein Schlag, den das Terrornetzwerk richtig treffen würde. Schließlich benötigt deren Kampf, deren Terrorkriegt, viele Millionen. Wenn die Schätzungen des amerikanischen Finanzministeriums stimmen, dann hat der IS einen Bedarf von zwei Milliarden Dollar pro Jahr. Im Monat werden Beträge in zweistelliger Millionenhöhe benötigt. Fehlen die, dann kann der IS nicht so handeln, wie er handelt und ist in seinem Bestand gefährdet. Das macht den wahren Erfolg von Anonymous aus. Sie beginnen über das Einfrieren der Bitcoins die Bewegungsspielraum des IS einzudämmen und ihn dann ernsthaft „zu gefährden“. Sobald die Dschihadisten vom Netzwerk der Bitcoins abgeschnitten sind, fehlt ihnen einfach das Geld.

Mehr Kontrolle der virtuellen Währungen

Allerdings ist nicht nur Anonymous den Bitcoins auf der Spur. Es gibt vom EU-Rat die Aufforderung die Kontrolle über Zahlungsmethoden, die „außerbanklich“ laufen, zu forcieren und auszubauen. Dazu zählen nun auch die Bitcoins. Die EU-Innen- und Justizminister haben sich inzwischen zu einem außerordentlichen Sondertreffen entschlossen und unter anderem entschieden, dass sie die „außerbanklichen Zahlungsmethoden“ tatsächlich stärker angehen wollen. Das würde eine stärkere Bedeutung und Reglementierung von den Bitcoin in Summe bedeuten.

Weltweite Geldtransfers per Bitcoin

Die EU-Minister haben dabei nicht nur den Bitcoin im Visier, sondern auch andere und ähnliche Kryptowährungen. Diese Währungsarten, zu denen eben auch der Bitcoin zählt, erlauben schwer nachvollziehbare und vor allem weltweite Geldtransfers. Damit sind sie in er Wahrnehmen der Sicherheitsbehörden ein potenzielles Medium gerade zur Finanzierung des Terrors. Immerhin geht auch ein Bericht des European Union Institutes for Security Studies auf eine mögliche Spendensammlung des IS auf der Basis von Bitcoins ein. Konkrete Zahlen blieb dieser Bericht allerdings schuldig.

Ein klares Ziel

Der europäische Gesetzesrahmen schließt jedenfalls nach einschlägiger offizieller Auffassung die Kryptowährungen, zu denen der Bitcoin zählt, noch nicht umfassend genug ein. Begriffe wie „E-Money“ müssen dazu auch noch deutlicher und präziser auf Bitcoin und Co ausgerichtet werden. Schon jetzt will die EU-Kommission die digital – virtuellen Währungen insbesondere vor dem Hintergrund der Geldwäsche- und Terrorprävention genauer analysieren. Ergebnisse dazu sind für den Juni 2017 angekündigt.

Erst vor kurzem beschäftigte sich das höchste EU-Gericht mit Bitcoin, indem es erklärte, dass auf Bitcoin Transaktionen keine Umsatzsteuer erhoben wird.