Führt Amazon Bitcoin als Zahlungsmittel ein?

Das wäre ein Meilenstein für die Kryptowährung Bitcoin: Es gibt hartnäckige Gerüchte, dass der Online Versandhändler Amazon demnächst Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert. Und das wahrscheinlich nicht nur über Umwege, sondern direkt. Die Gerüchte sind dabei nicht weit hergeholt, sondern stammen von Insidern aus der Branche. Außerdem mutmaßen einige, dass Amazon vielleicht sogar seine eigene Kryptowährung, vielleicht „Amazon-Tokens“ einführt. Die Akzeptanz von Bitcoin bei einem Global Player wie Amazon würde zeigen, dass die digitale Währung endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Denn neben Amazon überlegt auch eBay, Bitcoin als Zahlungsmittel zuzulassen.

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Woher stammen die Aussagen?

Zunächst wollen wir festhalten, dass nicht der Konzern Amazon selbst sich dazu geäußert hat, ob und wann Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Bereits seit Wochen kursieren Gerüchte über dieses Thema. Anfänglich wurde das jedoch nur als Spinnerei oder als abwegig bezeichnet. Doch einem Bericht der „WELT“ zufolge, gibt es eine ganze Reihe von Stimmen aus dem Silicon Valley, die diese Aussage unterstreichen. Insbesondere der Investor, Start-up Gründer und Autor James Altucher äußerte die Erwartung, dass Amazon diesen Schritt gehe. Es wurde sogar ein Datum genannt: der 26. Oktober 2017. Und zwar spekulierten einige, dass der Online-Riese mit Bekanntgabe der Quartalszahlen auch gleich die Einführung von Bitcoin als Zahlungsmittel bekanntgibt. Das hat Amazon jedoch nicht getan. Das heißt natürlich nicht, dass das Thema damit obsolet ist. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Insider äußerten sich auch dahingehend, dass dieses Datum nicht fix ist und es durchaus sein kann, dass die Bekanntgabe noch ein wenig länger dauert. Doch informierte Kreise gehen davon aus, dass Amazon diesen Schritt geht. Das wäre natürlich nicht nur ein großer Schritt für Bitcoin, sondern für alle Kryptowährungen bzw. Altcoins im Allgemeinen. Die Verbreitung der digitalen Münzen würde damit global forciert werden und hätte weitreichende Folgen für das Finanz- und Bankensystem. Da auch eBay deutliches Interesse signalisiert hat, Bitcoins zu akzeptieren, ist es umso wahrscheinlicher, dass auch Amazon nachzieht.

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Bereits jetzt bei Amazon mit Bitcoin bezahlen?

Amazon direkt akzeptiert aktuell nur drei Zahlungsmethoden: Kreditkarte, Einzug per Lastschrift und Zahlung per Rechnung. Nachnahme- oder Vorkassezahlungen sind nicht möglich. Auch Zahlungen per PayPal akzeptiert Amazon nicht. Es fanden zwar bereits umfangreiche Gespräche statt, allerdings konnte man sich nicht auf eine Zusammenarbeit einigen. Schließlich müsste Amazon für jede akzeptierte Zahlung per PayPal eine Gebühr zahlen. Diese fällt zwar auch per Zahlungen mit Kreditkarte an, allerdings sind die Gebühren da wesentlich günstiger. Das wäre natürlich eine deutliche Signalwirkung, wenn Amazon Bitcoins akzeptiert aber kein PayPal. Übrigens hat Bitcoin mittlerweile eine Marktkapitalisierung größer als PayPal.

Per Bitcoins oder auch mit PayPal können Kunden hingegen bei Drittanbietern bezahlen, sofern diese wiederum die Zahlungsmethoden akzeptieren. Denn Amazon verkauft ja nicht nur im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, sondern bietet für andere Online Händler auch eine Art virtuellen Marktplatz an, ähnlich wie eBay. Dabei nehmen die Drittanbieter jedoch die digitale Währung nicht direkt entgegen, sondern arbeiten mit Dienstleistern, wie zum Beispiel all4btc.com, zusammen. Die Dienstleister nehmen die Kryptowährung an und tauschen sie für den Verkäufer in Euro, US-Dollar oder eine andere Fiat-Währung. Dafür erhalten sie eine kleine Gebühr. Der Umweg über diese Dienstleister ist bis jetzt in fast allen Fällen der einzige Weg mit Bitcoins zu bezahlen. Obwohl der Käufer von der ganzen Sache natürlich gar nichts mitbekommt.

Oliver Flaskämper, CEO des größten deutschen Bitcoin Marktplatzes Bitcoin.de, erklärt gegenüber der „WELT“:

„Ich sehe sind keinen Grund, warum Amazon Bitcoins nicht als Zahlungsmittel zulassen sollte … Bereits jetzt ist es über Dienstleister möglich, bei Amazon einzukaufen und mit Bitcoins zu zahlen.“

Bitcoin.de Bitcoin

Risiken für Unternehmen

Das Risiko für Unternehmen, die Kryptowährungen direkt in ihre Bilanz nehmen besteht vor allem im Wechselkursrisiko. Denn Amazon, bzw. jede andere Firma natürlich, kann zwar problemlos digitale Währungen in ihre Bilanz aufnehmen aber was sollen sie dann damit machen? Selbst damit spekulieren? Völlig ausgeschlossen! Die Unternehmen ihrerseits können kaum damit bezahlen, vor allem nicht in dem Umfang, wie sie es brauchen. Andererseits besteht eben die starke Volatilität. Schließlich wird der Bitcoin Kurs nicht immer nur nach oben gehen.  Digitale Währungen abzusichern dürfte daher schon eine Herausforderung darstellen. Schließlich gibt es am Markt nicht die Möglichkeiten sich gegen Kursrisiken abzusichern wie bei Fiat-Währungen. Und selbst wenn, wären die Kosten aufgrund der starken Volatilität enorm hoch. Möglicherweise geht daher auch Amazon zu Beginn noch den Umweg über Dienstleister. Auf lange Sicht könnte das jedoch auch überflüssig werden.

Überall mit Bitcoins & Co. bezahlen – So geht's

Für die Digitalwährung Bitcoin wird es ein Riesenerfolg sein wenn Amazon sie als Zahlungsmittel akzeptiert. Doch für den smarten Nutzer ist es bereits heute problemlos möglich überall mit Bitcoins zu bezahlen. Und wenn wir schreiben „überall“, dann bedeutet das auch überall. Möglich ist das nämlich mit einer Bitcoin Kreditkarte. Betrachten wir das kurz anhand einer Kreditkartenzahlung im außereuropäischen Ausland bzw. bei einer Zahlung in Fremdwährung.

Jeder kann mit seiner Kreditkarte überall auf der Welt bezahlen, vorausgesetzt der Händler akzeptiert Kreditkarten und speziell auch den Anbieter. Im Hintergrund läuft das Ganze so ab, dass der Händler den Betrag in „seiner“ Währung erhält, zum Beispiel US-Dollar. Der Kreditkartenabwickler im Hintergrund bucht hingegen zum aktuellen Umrechnungskurs beispielsweise Euro ab und schreibt dem Händler den Betrag, abzüglich einer Gebühr, in US-Dollar gut. So ähnlich funktioniert das Prinzip mit einer Bitcoin Debitkarte. In Kooperation mit VISA gibt es Firmen, die so etwas anbieten. Der Nutzer zahlt mit seiner Karte und der Anbieter bucht den Gegenwert in Bitcoin ab. Genauso gut kann er auch Geld am Automaten abheben. Natürlich immer unter Berücksichtigung diverser Gebühren.

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Xapo gibt in Kooperation mit VISA eigene Bitcoin Kreditkarten heraus.

Bald auch Ethereum, Ripple und Litecoin im Mainstream angekommen?

Selbst wenn Amazon Bitcoins oder vielleicht sogar Amazon Coins einführt, so heißt das nicht, dass automatisch sämtliche Altcoins ebenfalls akzeptiert werden. Vor allem da es mittlerweile sehr schwer fällt, da überhaupt den Überblick zu behalten. Bitcoin ist und bleibt einfach der Platzhirsch unter den Kryptowährungen und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Es kann jedoch auch gut sein, dass Amazon die größten Altcoins akzeptiert. Es bleibt abzuwarten.

Ebenfalls abzuwarten bleibt, ob es dann zu einem Rallyeschub für Bitcoin kommen wird. Flaskämper ist der Meinung, dass dann gut und gerne nochmal 5 bis 10 Prozent Kurssteigerungen drin wären. Zumindest würde die Nachfrage dauerhaft stabil bleiben. Möglicherweise würde es dann nicht so schnell wieder Kurse von um die 1.000 Dollar geben. Aber das alles ist sehr spekulativ. Doch eines ist auch Fakt: Je mehr Menschen und vor allem „Experten“ von einer Blase sprechen oder gar warnen, desto unwahrscheinlicher ist es eigentlich, dass es sich um eine Blase handelt. Denn das ist ja gerade das markante an deutlichen Kursübertreibungen. Es gibt nur noch Käufer und der Optimismus ist grenzenlos. Doch so eindrucksvoll die Rallye auch, sie muss noch lange nicht zu Ende sein. Trends dauern länger als das Geld der Anleger reicht.

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Fazit: Nur eine Frage der Zeit bis Amazon Bitcoins akzeptiert

Es handelt sich längst nicht mehr nur um wilde Spekulationen. Viele Insider und Experten sind sich einige darüber, dass Amazon Bitcoins akzeptieren wird, es ist nur eine Frage der Zeit, bis das geschieht. Spätestens dann ist die Kryptowährung wirklich aus der „Schmuddelecke“ herausgekommen. Zwar vermuteten einige Insider, dass der Versand-Riese bereits diese Woche die Pläne veröffentlicht, was allerdings nicht geschehen ist. Wir vermuten ganz einfach auch, dass es technisch nicht ganz so schnell geht. Vor allem die Absicherung von Kursschwankungen muss gegeben sein, ansonsten wird Amazon Bitcoins nicht akzeptieren. Wir halten Sie hier im Blog auf jeden Fall weiterhin auf dem Laufenden.

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Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Redakteur bei Bitcoinmoney.net
Ruben Wunderlich absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann sowie ein BWL-Studium. Danach war er 6 Jahre im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert Euch auf Bitcoinmoney.net aktuelle News und Entwicklungen aus der Welt der Kryptowährungen.
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